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Kindergeld

Kindergeld und Kinderzuschlag: So will die Groko Kinderarmut bekämpfen

Ein ehrgeiziges Maßnahmenpaket haben die Groko-Verhandler zur Bekämpfung der Kinderarmut geschnürt. Mit welcher Unterstützung können Familien rechnen?
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Ein ehrgeiziges Maßnahmenpaket haben die Groko-Verhandler zur Bekämpfung der Kinderarmut geschnürt. Mit welcher Unterstützung können Familien rechnen? Symbolfoto: Peter Kneffel,dpa
Ein ehrgeiziges Maßnahmenpaket haben die Groko-Verhandler zur Bekämpfung der Kinderarmut geschnürt. Mit welcher Unterstützung können Familien rechnen? Symbolfoto: Peter Kneffel,dpa
Der Fahrplan für die Große Koalition steht und muss nun von den SPD-Mitgliedern abgesegnet werden. Für Familien wollen die Groko-Verhandler viel tun. Und nach eigener Aussage sollen davon auch wirklich alle Eltern profitieren.

Geringverdiener können mit einer zusätzlichen Förderung rechnen: Zur Bekämpfung der Kinderarmut soll der Kinderzuschlag für einkommensschwache Familien steigen. Insbesondere Alleinerziehende und kinderreiche Familien sollen dadurch entlastet werden. Zusammen mit dem Kindergeld soll der Kinderzuschlag den Mindestbedarf für ein Kind in Höhe von 399 Euro im Monat abdecken.


Weniger Bürokratie beim Beantragen des Kinderzuschlags


Außerdem soll es einfacher werden, Kinderzuschlag, Wohngeld und den Kinderunterhalt zu beantragen. Wo es möglich ist, sollen mehrere Leistungen gleichzeitig beantragt werden. Kinder, die auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, bekommen zudem mehr Geld für Schulsachen. Die Zuzahlungen für Mittagessen in Schulen und Kitas sowie für den Schulbus entfallen.

Als weitere Maßnahme soll das Kindergeld um 25 Euro erhöht werden. Familien sollten sich aber nicht zu früh freuen. Die Zahlung soll in zwei Schritten steigen. Zunächst steigt das Kindergeld zum 1. Juli 2019 um zehn Euro. Erst Anfang 2021 wird es dann um weitere 15 Euro erhöht.



Geplant ist zudem einBaukindergeld in Höhe von 1200 Euro im Jahr pro Kind. Es soll zehn Jahre lang ausgezahlt werden. Zusätzlich gibt es pro Kind einen Freibetrag von 15.000 Euro. Förderberechtigt sind aber nur Familien mit einem Jahreseinkommen bis 75.000 Euro. Die Förderung soll rückwirkend bis zum Juli 2017 gelten.


Koalitionsvertrag: Anspruch auf Ganztagsbetreuung


Verabschieden musste sich die SPD von einem Vorschlag der ehemaligen Familienministerin Manuela Schwesig. Ein Familiengeld wird es in der neuen Regierung nicht geben. Junge Eltern sollten nach diesen Plänen zwei Jahre lang pauschal 300 Euro pro Monat und pro Kind bis zum achten Lebensjahr vom Staat erhalten. Voraussetzung dafür wäre gewesen, dass sowohl der Vater als auch die Mutter nur noch 80 bis 90 Prozent pro Woche arbeiten, also 28 bis 36 Stunden.Eltern sollten dadurch gemeinsam mehr Zeit für ihre Kinder haben.

Teil des Koalitionsvertrages ist dafür ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder zur Entlastung erwerbstätiger Eltern. Betreuungsplätze werden weiter ausgebaut. Die Länder sollen mit Hilfe des Bundes die Qualität verbessern und/oder Gebühren senken.
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