In der Debatte um das weitere Vorgehen zur Eindämmung des Coronavirus haben sich Kinderärzte gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien ausgesprochen. Geschlossene Schulen, Kindergärten und Kitas sollten "nur als allerletzte Maßnahme im Rahmen eines allgemeinen Lockdowns" erwogen werden, teilten die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin und die Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie am Mittwoch mit.

Man sei "dezidiert gegen eine Verlängerung der Weihnachtsferien auf (un)bestimmte Zeit in den Januar hinein", heißt es in der Stellungnahme, die vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte unterstützt wird.

Schulschließungen sind kein "taugliches und angemessenes Mittel" zur Bekämpfung von Corona

Bisherige Daten aus Deutschland gäben keinen Anlass, generelle Schulschließungen als "taugliches und angemessenes Mittel" zur Pandemiebekämpfung anzusehen. Die belastenden Folgen selbst kurzfristiger Schulschließungen auf das Wohlbefinden und die Zukunftsperspektiven von Kindern würden in der Debatte zu wenig berücksichtigt.

Unter anderem die EU-Kommission hatte dazu geraten, eine Verlängerung der Schulferien oder des Online-Unterrichts nach den Feiertagen zu erwägen, um das Infektionsrisiko zu begrenzen. Die Politik in Deutschland hatte zuletzt - anders als im Frühjahr - das Ziel ausgegeben, Kitas und Schulen offen halten. Aktuelle Informationen rund um das Coronavirus in Bayern gibt es im Live-Ticker.