Danach kehrten im vergangenen Jahr 118 288 Menschen der Kirche den Rücken - nach gut 126 000 im Jahr 2011 und 180 000 im Zuge des Missbrauchsskandals 2010.

Insgesamt gibt es der Statistik zufolge damit rund 24,32 Millionen Katholiken in Deutschland (2011: 24,47 Millionen), das entspricht knapp einem Drittel der Bevölkerung (30,3 Prozent). Zum Vergleich: 23,6 Millionen Deutsche bekannten sich zuletzt zum evangelischen Glauben - auch hier mit rückläufiger Tendenz.

«Die negative Statistik von 2010 ist überwunden», sagte der Sprecher der Bischofskonferenz, Matthias Kopp. «Es ist gut, dass die Austrittszahlen mit minus 6,7 Prozent erneut rückläufig sind. Dennoch gilt für uns: Jeder Austritt ist schmerzlich und einer zu viel.» Mit einem Bevölkerungsanteil von mehr als 30 Prozent werde aber auch deutlich, dass die katholische Kirche keine Minderheit in Deutschland sei.

Die Reformbewegung «Wir sind Kirche» warnte die deutschen Bischöfe davor, die rückläufige Entwicklung als Zeichen der Entwarnung oder der Zustimmung zur aktuellen Kirchenpolitik zu werten. Gleichwohl seien die Zahlen mit Blick auf die durch das Kirchensteuerurteil vom Herbst 2012 ausgelöste Debatte als glimpflich zu bezeichnen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im September klargestellt, dass Menschen, die die Steuer nicht mehr zahlen, auch nicht Mitglied der Glaubensgemeinschaft bleiben können.

Fast unverändert im Vergleich zum Vorjahr war 2012 die Zahl der Wiederaufnahmen in die katholische Kirche: 7193. 3083 weitere Personen traten in die katholische Kirche ein, darunter 2645 Protestanten. Die Zahl der Taufen sank laut Statistik auf 167 616 (2011: 169 599). Kirchliche Trauungen sind wieder etwas gefragter. Erstmals seit mehreren Jahren stieg ihre Zahl - von 46 021 im Jahr 2011 auf 47 136. In den katholischen Kirchen und Klöstern in Deutschland waren 14 636 Priester tätig, das entspricht einem Rückgang um rund 200.