«Aus Sicht der katholischen Kirche ist die Präimplantationsdiagnostik grundsätzlich abzulehnen, da die Selektion von menschlichen Embryonen dem Schutz der Menschenwürde widerspricht», sagte der Leiter des Katholischen Büros der Deutschen Bischofskonferenz, Prälat Karl Jüsten, der «Passauer Neuen Presse» (Samstag).

Der zwischen Bundesregierung und Ländern ausgehandelte Kompromiss zur PID-Verordnung habe die Mängel des zugrundeliegenden Gesetzes in ihrer ganzen Bandbreite noch einmal deutlich gemacht. Das ursprüngliche Ziel des Gesetzgebers, PID nur in Ausnahmefällen zuzulassen, sei durch die Verordnung unterhöhlt worden.

Der Bundesrat hatte am Freitag mit der Verabschiedung einer Verordnung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) den Weg für PID frei gemacht. Paare mit problematischen Genanlagen können ihre Embryonen aus dem Reagenzglas in einigen Monaten mit Gentests auf schwere Defekte untersuchen lassen. Dazu sollen PID-Zentren in begrenzter Zahl eingerichtet werden. Ethikkommissionen entscheiden, ob ein Paar eine PID vornehmen lassen darf.