• Karl Lauterbach wird neuer Gesundheitsminister
  • Olaf Scholz verkündet Besetzung der noch ausstehenden Ministerien
  • auch Markus Söder begrüßt Karl Lauterbach als Gesundheitsminister

Die Entscheidung der SPD zu den Ministerposten wurde mit Spannung erwartet, vor allem eine Personalie bekam dieses Mal viel Aufmerksamkeit: Das Amt des Gesundheitsministers ist in der Corona-Pandemie besonders wichtig und auch schwierig. Als aussichtsreicher Kandidat wurde SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schon Tage vor der Bekanntgabe gehandelt. Sogar aus den Reihen der Union gab es Zustimmung für ihn - von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Olaf Scholz stellte am Montag die Besetzung der Ministerposten vor. Das neue Bundeskabinett soll nach der für Mittwoch geplanten Wahl des neuen Bundeskanzlers vereidigt werden. 

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Was Karl Lauterbach zu seiner Nominierung sagt

Der künftige Bundesgesundheitsminister, Karl Lauterbach, hat sich optimistisch gezeigt, dass die Corona-Pandemie überwunden werden kann. Sie werde länger dauern, als viele dächten, sagte der SPD-Politiker am Montag in Berlin, nachdem er vom designierten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) als künftiger Gesundheitsminister vorgestellt wurde. "Wir werden das aber schaffen. Impfen wird die zentrale Rolle spielen, aber nicht nur. Wir werden den Kampf mit der Pandemie gewinnen", sagte der 58-jährige Nordrhein-Westfale.

Lauterbach kündigte an, darüber hinaus das Gesundheitssystem zu stärken und robuster zu machen. "Mit uns wird es keine Leistungskürzungen im Gesundheitswesen geben." Für weitere Pandemien werde man besser gerüstet sein.

Der Bundestagsabgeordnete bedankte sich mit Blick auf sein zukünftiges Amt für das Vertrauen seiner Partei und für die "vielen zustimmenden Worte", die er aus der Bevölkerung erhalten habe. Scholz sagte bei der Vorstellung Lauterbachs: Die Pandemie sei noch lange nicht vorbei. "Und deshalb haben sich, anders kann man das gar nicht sagen, bestimmt die meisten Bürgerinnen und Bürger dieses Landes gewünscht, dass der nächste Gesundheitsminister vom Fach ist, es wirklich gut kann und dass er Karl Lauterbach heißt. Er wird es."

Das sind die Minister der Ampel-Regierung um Kanzler Olaf Scholz

  • Karl Lauterbach: Gesundheitsminister (SPD)
  • Nancy Faeser: Innenministerin (SPD)
  • Svenja Schulze: Entwicklungsministerin (SPD)
  • Hubertus Heil: Bundesarbeitsminister (SPD)
  • Christine Lambrecht: Verteidigungsministerin (SPD)
  • Wolfgang Schmidt: Kanzleramtsminister (SPD)
  • Klara Geywitz: Bauministerin (SPD)
  • Annalena Baerbock: Außenministerin (Grüne)
  • Robert Habeck: Minister für Wirtschaft und Klima, Vizekanzler (Grüne)
  • Steffi Lemke: Umweltschutzministerin (Grüne)
  • Anne Spiegel: Familienministerin (Grüne)
  • Cem Özdemir: Landwirtschaftsminister (Grüne)
  • Christian Lindner: Finanzminister (FDP)
  • Marco Buschmann: Justizminister (FDP)
  • Bettina Stark-Watzinger: Ministerin für Bildung und Forschung (FDP)
  • Volker Wissing: Minister für Verkehr und Digitales (FDP)

Scholz stellt weibliche Besetzung der Ministerien vor

Zu Beginn der offiziellen Pressekonferenz äußerte sich der neue Bundeskanzler Olaf Scholz zu den Entscheidungen der SPD bezüglich der Ministerposten. "Die Frauen haben die Hälfte der Macht", so Scholz zur Verteilung. Es seien vier Frauen und drei Männern in den Ministerien. Nancy Faeser soll beispielsweise Innenministerin werden. Sie ist bis Fraktions- und Landesvorsitzende der SPD in Hessen. Als erstes Anliegen nannte Nancy Faeser die Bekämpfung der größten Bedrohung der Demokratie - den Rechtsextremismus. Olaf Scholz erklärte zudem, die "Sicherheit liegt in der Hand starker Frauen" und stellte damit Christine Lambrecht als neue Verteidigungsministerin vor.

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung wird von Svenja Schulze betreut. Da es hier auch um die Folgen des Klimawandels gehe, sei dies eine zentrale Aufgabe, so Olaf Scholz. Das neue Bauministerium wird Klara Geywitz leiten. "Die meisten Bürgerinnen und Bürger haben sich gewünscht, dass jemand Gesundheitsminister wird, der vom Fach ist und Karl Lauterbach heißt". So kündigt Olaf Scholz die Nominierung von Karl Lauterbach als Gesundheitsminister an. Karl Lauterbach: "Wir werden das Gesundheitssystem robuster machen und den Kampf gegen die Pandemie gewinnen."

Söder lobt Lauterbach und würde ihn als Gesundheitsminister "begrüßen"

Ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit bekam das Gesundheitsministerium im Vorfeld der Bekanntgabe - bedingt durch die Corona-Pandemie und den damit verbundenen Herausforderungen. Bei anderen Ministerien hat es aber auch Umbildungen oder Neuausformungen gegeben. So wurde das Bundesministerium für Bauen neu eingerichtet. Das Wirtschaftsministerium wurde um das Thema Klimaschutz erweitert. 

Viele Sympathien für den Posten als Gesundheitsminister hatte Karl Lauterbach schon im Vorfeld auf seiner Seite. Es gibt aber auch andere aussichtsreiche Kandidaten für den Posten, etwa Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher. Er ist Molekularbiologe und Arzt.

Für Karl Lauterbach hat sich jüngst auch Markus Söder (CSU) und damit ein Politiker aus der kommenden Opposition stark gemacht. Bei "Anna Will" am Sonntag in der ARD sagte Söder: "Ich glaube, Herr Lauterbach kann das auf jeden Fall." Er würde es begrüßen, sollte die Wahl auf ihn fallen. "Ich hoffe, ich schade jetzt ihm da in dieser Situation nicht", fügte Söder an. "Wir sind zwar von ganz unterschiedlichen Polen her, aber wir haben oft ähnliche Positionen. Und ja, ich schätze und respektiere ihn", lobte Söder den Gesundheitsexperten. Karl Lauterbach selbst, der ebenfalls zu Gast bei Anne Will war, wollte sich nicht konkret zu seinen Aussichten als Gesundheitsminister äußern. Lauterbach meinte, Olaf Scholz habe ihn schon öfter angerufen, aber nicht zu diesem Thema. Es gebe viele andere in der SPD, die diesen Posten ausfüllen könnten, so Lauterbach in der ARD-Talkshow. Die Ärztin Carolin Holzner lobte Lauterbach in der Sendung ebenfalls sehr und gab zu verstehen, dass er viele Fans in der Ärzteschaft habe.

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