Jülich
Kriminalität

Hund krepiert in überhitztem Auto: Halter verhöhnt Beobachter mit Botschaft - Justiz greift durch

In Jülich ist ein Hund im Auto gestorben. Schuld daran war wohl der Halter, der das Tier bei 25 Grad Celsius mehrere Stunden im Auto ließ. Jetzt hat das Amtsgericht den Mann zur Rechenschaft gezogen.
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Mann lässt eigenen Hund im Auto krepieren und verhöhnt besorgte Tierfreunde. Jetzt bekam der Mann seine Strafe. Ein Hundehalter im Rheinland soll nach dem Hitzetod seines Tiers jetzt eine Geldstrafe von 3200 Euro zahlen. Das sagte der Direktor des Amtsgerichts Jülich der Deutschen Presse-Agentur am Freitag. Der 52-Jährige wurde per Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen zu je 40 Euro verurteilt. Zuvor hatte die „Aachener Zeitung“ berichtet. Der Mann hatte seinen Hund im April bei 25 Grad Außentemperatur im Auto gelassen.

So kam es zu dem tragischen Tod: Herrchen lässt Hund in Auto sterben - Zeuge missachtet Botschaft des Halters

Am Mittwoch (24. April 2019) ging gegen 14.10 Uhr der Polizei die Meldung ein, dass die Feuerwehr an einem Pkw in der Wilhelm-Johnen-Straße in Jülich eine Scheibe eingeschlagen habe, um einen darin untergebrachten Hund zu befreien. Das teilte die Polizei Düren am darauf folgenden Donnerstag in einem Pressebericht mit.

Halter hatte "erst zwei Stunden vorher" nach seinem Hund geschaut

Das Tier konnte jedoch nur noch tot geborgen werden. Ein Zeuge war zuvor auf die Situation aufmerksam geworden. An dem Pkw waren bei einer Außentemperatur von circa 25 Grad alle Scheiben geschlossen und beschlagen. Der Hundehalter, der im Verlauf des Einsatzes vor Ort erschien, gab an, erst zwei Stunden zuvor nach dem Hund geschaut und diesen mit Wasser versorgt zu haben. Aufgrund der Auffindesituation - komplett feuchter Innenraum, beschlagene Scheiben - kamen bei den Beamten vor Ort an dieser Schilderung Zweifel auf. Es ist einfach, einem Kind oder einem Hund zu helfen, die in einem heißen Auto gefangen sind. So handeln sie richtig.

Unglaubliche Nachricht lag auf dem Amaturenbrett

 

Ein Mann ließ seinen Hund in Jülich bei hohen Temperaturen im Auto zurück. Foto: Polizei Düren

Zudem hatte der Halter, ein 52-Jähriger aus Hattingen, den Hund wohl nicht zum ersten Mal im Auto gelassen. Auf dem Armaturenbrett hatte er eine Nachricht platziert: "An alle Neugierigen! Es sitzt ein Hund im Auto, ich weiß das und es geht ihm gut! Jetzt kümmern Sie sich um ihre Sachen und mischen Sie sich nicht in Dinge, die Sie nichts angehen!"

Ein solches Verhalten ist nicht nur unverantwortlich sondern auch strafbar. Hundehalter sollten ihre Tiere nicht in verschlossenen Fahrzeugen zurücklassen. Die Temperaturen im Inneren können schnell steigen - auch bei vermeintlich milden Außentemperaturen. Hunde können diese nicht ausgleichen, ihnen droht ein Hitzschlag. Ein Dank gilt dem Zeugen, der sich von der Notiz im Fahrzeug nicht hat beirren lassen - auch wenn letztlich für den Hund jede Hilfe zu spät kam.

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