Hamburg

Projekt startet heute: Ein Bus gibt Obdachlosen ihre Würde zurück

Manche Menschen leben auf der Straße. Doch ohne Zuhause fehlt ihnen ein Ort, an dem sie sich duschen und waschen können. Für diese Leute gibt es in der Stadt Hamburg jetzt einen Duschbus.
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Der Duschbus in Hamburg bietet drei Wasch- und Duschräume für Obdachlose. Foto: Markus Scholz/dpa
Der Duschbus in Hamburg bietet drei Wasch- und Duschräume für Obdachlose. Foto: Markus Scholz/dpa
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In Deutschland gibt es keine offizielle Statistik, wie viele Menschen in Obdachlosigkeit leben. Bei den veröffentlichten Zahlen, handelt es sich um Schätzungen, die oftmals weit auseinander gehen. Laut einer aktuellen Schätzung der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) leben derzeit mehr als 675.000 Menschen auf der Straße.

Über eine halbe Millionen Menschen, ohne eigenes Bett und ohne die Möglichkeit auf ausreichende Hygiene. Doch dagegen möchte ein gemeinnütziges Projekt in Hamburg jetzt vorgehen. In einem umgebauten Linienbus sollen Obdachlose die Möglichkeit haben zu duschen, sich zu waschen und sich neu einkleiden zu können. Das Motto des Hamburger Start-Ups lautet: "Waschen ist Würde".

Erster Obdachlosen-Duschbus Deutschlands

In Hamburg können sich Obdachlose künftig in einem eigens dafür umgebauten Linienbus duschen, waschen und neu einkleiden. Der Duschbus des gemeinnützigen Projektes GoBanyo soll am Samstag (07. Dezember 2019) erstmals offiziell an den Start gehen.

 

"Es ist ein angenehmer Raum. Man fühlt sich dort einfach wohl. Es ist würdevoll gemacht und man hat viel Platz", sagte Initiator Dominik Bloh am Freitag bei der Vorstellung des Busses. Bloh war selbst sehr lange obdachlos und hatte damals oft eine reinigende Dusche vermisst. Aus diesem Grund startete er eine Crowdfundingaktion, die mehr als 168.000 Euro einbrachte.

 

Drei Badezimmer und eine Kleiderkammer

Der Duschbus bietet alles, was für das Waschen notwendig ist: Drei abschließbare Badezimmer und eine Kleiderkammer sind nach dem monatelangen Umbau in dem ausrangierten Linienbus der Hamburger Hochbahn untergebracht. Wie der ndr berichtet, werden den Obdachlosen auch Seife, Rasierwasser und andere Hygieneprodukte zur Verfügung gestellt.

 

Dunkelziffer deutlich höher

Offiziell gibt es in Hamburg etwa 2000 Obdachlose. Die Dunkelziffer dürfte GoBanyo zufolge aber deutlich höher sein. In Berlin hat kürzlich ebenfalls ein Duschbus seinen Dienst aufgenommen. Dort richtet sich das Angebot an obdachlose Frauen.

red mit dpa