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Meinung

Impfgegner schockiert mit T-Shirt-Aufdruck: Unternehmen entschuldigt sich

Über das Druckunternehmen "Spreadshirt" prasselte am Wochenende ein Shitstorm im Netz nieder. Der Grund: Impfgegner kreierten ein geschmackloses Design und stellten es zum Verkauf.
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T-Shirts. Symbolfoto: Mabel Amber / Pixabay
Ein Impfgegner designte einen schockierenden T-Shirt-Aufdruck. Dieser sorgte für mächtig Wirbel. Symbolfoto: Mabel Amber / Pixabay

In Zeiten der Corona-Krise werden auch die Stimmen der Impfgegner wieder laut. Immer wieder wird betont, dass es jedem selbst obliege, geimpft oder nicht geimpft zu sein. Das Portal mimikama.at berichtet aber nun von einem Vorfall, der absolut nichts mehr mit Entscheidungsfreiheit zu tun hat - sondern lediglich mit Dreistigkeit. 

Als "den widerlichsten Dreck" bezeichnete etwa via Twitter der Kabarettist Florian Schroeder die neuen Motive, die das Druckunternehmen "Spreadshirt" letztes Wochenende zum Druck bereitgestellt hatte. Es handelte sich um einen Aufdruck mit der Inschrift "Nicht geimpft", der auf einem gelben Stern gedruckt war, der eindeutig auf den Davidstern anspielte. Historischer Hintergrund: Jüdische Mitbürger waren im "Dritten Reich" dazu verdonnert worden, diesen als Erkennungsmerkmal zu tragen. 

"Nicht geimpft"-Aufdruck: Ein User steckt hinter dem Design

Es stellte sich heraus, dass "Spreadshirt" nicht selbst für den Druck verantwortlich war. Die Plattform gibt nämlich Usern die Möglichkeit, selbst Designs zu entwickeln und diese dann zu veröffentlichen - damit andere User wiederum diese Motive benutzen können. Demnach steckte hinter dem Design ein User mit dem Namen "Q-Shirt17", der seine Meinung und Einstellung offen veranschaulichte. Trotz Filterfunktion reagierte "Spreadshirt" erst nach mehr als 24 Stunden und nahm das beleidigende Motiv schließlich aus dem Netz. Bis dahin stand es jedoch frei zur Verfügung - und konnte von jedem auf beliebige Textilien gedruckt werden.

Das Leipziger Unternehmen bezog daraufhin kurz Stellung, was gleichwohl wenig herzlich klang: "Danke für Eure Design-Meldungen. Es tut uns leid, dass das Motiv online war, es ist gelöscht. Trotz technischer und menschlicher Filter kann es passieren, dass Designs durch’s Netz rutschen, die wir auf unserer Plattform nicht dulden. Die Hilfe von Dritten ist daher sehr wichtig."

Impfen - ja oder nein? Wie immer es auch sei: Fakt ist, es gibt Grenzen. Werden diese überschritten, sind Meinungen trotz geltender Meinungsfreiheit geschmacklos. Was auch immer sich "Q-Shirt17" dabei gedacht hat, ein derartiges Motiv zu entwerfen - es ist mehr als schwierig, eine nachvollziehbare Parallele zwischen dem Judentum im "Dritten Reich" und der heutigen Impfpolitik nachzuvollziehen.