Franken
Rekordsommer

Hitzefrei für Arbeitnehmer: Gibt es das?

Die Hitzewelle hat Franken erreicht und bringt die Region ins Schwitzen. Hitzefrei ist oft in Schulen ein Thema, doch gibt es das auch am Arbeitsplatz? inFranken.de klärt auf.
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In dieser Woche kann es in Büroräumen sehr heiß werden. Der Arbeitgeber muss ab einer bestimmten Temperatur etwas dagegen unternehmen. Symbolfoto: energepic.com/pexels.com
In dieser Woche kann es in Büroräumen sehr heiß werden. Der Arbeitgeber muss ab einer bestimmten Temperatur etwas dagegen unternehmen. Symbolfoto: energepic.com/pexels.com
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Die kommenden Tage werden extrem. Meteorologen prognostizieren übereinstimmend eine gewaltige Hitzewelle, die Deutschland ins Schwitzen bringt. Seit 2003 gab es einen solchen Rekordsommer nicht mehr. Auch Franken trifft die Gluthitze: Wetterexperten haben für Dienstag (25. Juni 2019) 36 Grad Celsius vorhergesagt. Am Mittwoch soll die Hitze ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen. Örtlich werden 38 beziehungsweise 39 Grad Celsius erwartet. Andernorts in Deutschland soll sogar die 40-Grad-Marke geknackt werden. Doch bereits am Montagabend (24. Juni 2019) wurde im oberfränkischen Küps (Kreis Kronach) diese Marke überschritten. Die Aufnahme einer inFranken.de-Leserin zeigt dies:

Bei solch extremen Temperaturen stellt sich die Frage, ob es Hitzefrei gibt. Das Thema beschäftigt meist Schulen, Schüler fordern oft, statt im Klassenzimmer vollgeschwitzt zu lernen, sich im örtlichen Freibad abkühlen zu dürfen. Die Entscheidung liegt in Bayern bei der jeweiligen Schulleitung. Die Verantwortlichen müssen dabei viele Faktoren miteinbeziehen. Doch was ist mit Arbeitnehmern? Ist Hitzefrei am Arbeitsplatz möglich?

Hitzefrei am Arbeitsplatz: Ist das eigentlich möglich?

Diese Frage kann mit "Ja" beantworten werden - jedenfalls, wenn einige Umstände erfüllt sind. Jedoch variiert die Antwort je nach Bundesland: Laut der Arbeitsstättenrichtlinie liegt die Entscheidung in Bayern bei den Arbeitgebern. Sie sind allerdings an einige Empfehlungen des Arbeitsrechtes gebunden.

Die Raumtemperatur im Büro, der Werkstatt oder der Kantine soll demnach nicht mehr 26 Grad Celsius betreffen, da sonst die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährdet sein könnte. Steigt das Thermometer auf über 30 Grad Celsius an, sind Arbeitgeber dazu verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen - zum Schutz der Arbeitnehmer. Davon sind nicht nur Büros, sondern auch Werkshallen oder Lagerräume betroffen.

In den mit der Richtlinie verknüpften "Technischen Regeln für Arbeitsstätten" ist ebenfalls vorgesehen: "Wird die Lufttemperatur im Raum von +35 °C überschritten, so ist der Raum für die Zeit der Überschreitung ohne technische Maßnahmen (z.B. Luftduschen, Wasserschleier), organisatorische Maßnahmen (z.B. Entwärmungsphasen) oder persönliche Schutzausrüstungen (z. B. Hitzeschutzkleidung), wie bei Hitzearbeit, nicht als Arbeitsraum geeignet." Kurz gesagt: Der Arbeitsplatz muss zum Wohle der Arbeitnehmer-Gesundheit gestaltet sein. Ob das durch Ventilatoren, Jalousien oder Klimaanlagen gewährleistet wird, liegt beim Chef. Unabhängig von Auflagen, die das Arbeitsrecht Arbeitgebern vorschreibt, kann jeder Chef natürlich Hitzefrei ausrufen.

Hitzewelle in Franken: Feuerwehr in Alarmbereitschaft

Am Montagmittag (24. Juni 2019) gab es in Oberfranken einen Waldbrand. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen. Angesichts der extremen Temperaturen in dieser Woche sind die Feuerwehren in Alarmbereitschaft: Die höchste Warnstufe wurde bereits ausgerufen.

Im Interview gibt ein Mediziner Tipps, was am besten gegen die Hitze hilft. Die heißen Tage können zu gesundheitlichen Beschwerden führen. Zudem warnt der Experte vor Fehlern beim Baden.