Zum Start der Corona-Impfungen in vielen Hausarztpraxen fordert Verbandschef Ulrich Weigeldt Klarheit über die Nebenwirkungen des Präparats von Astrazeneca. "Impfen darf nicht zur Mutprobe werden - weder für die Patienten noch für den Arzt", sagte der Chef des Hausärzteverbandes der "Bild".

Bund und Länder hatten vor einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, den Impfstoff von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Vereinzelt gab es in diesem Zusammenhang bereits Todesfälle.

Hausärzte kritisieren: Klarheit zu Nebenwirkungen von Astrazeneca fehlt

Es fehle an Klarheit, welche Vorerkrankungen und Prädispositionen die Geimpften gehabt hätten, bei denen solche Hirnvenenthrombosen aufgetreten seien, kritisierte Weigeldt. "Hausärzte kennen ihre Patienten und könnten differenzierte Entscheidungen treffen - alle unter 60 Jahre von der Impfung mit Astrazeneca auszuschließen, ist sehr holzschnittartig."

Dennoch will Weigeldt seinen Kollegen nicht empfehlen, die Vorgabe der Stiko zu umgehen. "Wenn da irgendetwas passiert, gibt es einen Riesenaufstand." Ein Großteil der Astrazeneca-Impfdosen wird künftig über die Hausärzte verimpft. In Bayern  beispielsweise werden die Impfzentren ab Mitte April die Impfungen mit Astrazeneca komplett einstellen. Unter 60-Jährige, die ihre erste Dosis bereits erhalten haben, sollen ihre Zweitimpfung stattdessen mit Biontech oder Moderna bekommen.