«Wir brauchen jetzt kein windelweiches Tolerierungsangebot der Linkspartei», sagte Parteichefin Claudia Roth am Freitag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin. Am Vortag hatten Parteiführung und Landesvorstände der Linken vereinbart, dass die Partei eine Tolerierung von Rot-Grün nach der Bundestagswahl nicht explizit ausschließt.

Roth sagte: «Wir setzen auf starke Grüne in einer rot-grünen Regierung. Das ist möglich, wenn wir es schaffen, den Wahlkampf zu politisieren, wenn wir es schaffen, dass sich Frau Merkel nicht wegduckt.» Sie sei auch nicht bereit, die Piratenpartei über die Fünf-Prozent-Hürde zu retten, betonte Roth.

Piratenchef Bernd Schlömer zeigte sich indes offen für die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung. «Ich erhoffe mir sechs Prozent der Stimmen», sagte er der dpa. Die Partei wolle ihre Themen, Inhalte und Ziele in die parlamentarische Debatte einbringen. «Die Piraten sind zu einer themenorientierten Zusammenarbeit in Form einer Duldung bereit», so Schlömer. Derzeit steht die Partei bei Umfragen nur bei drei Prozent.