Traditionell darf sich eine scheidende Bundeskanzlerin oder ein scheidender Kanzler drei Musiktitel für den Großen Zapfenstreich wünschen. Angela Merkels Auswahl war offenbar eher ungewöhnlich, denn sie sorgte beim Stabsmusikkorps der Bundeswehr für Zeitdruck. "Die Wünsche kamen spät und haben mich überrascht", sagte Dirigent und Oberstleutnant Reinhard Kiauka der Tageszeitung "taz". "Wir hatten neun Tage Vorlauf. Das ist sportlich."

Das ökumenische Kirchenlied "Großer Gott, wir loben Dich" stellte dabei die geringsten Schwierigkeiten für die Musiker dar. Anders sah das bei den Songs "Für mich soll's rote Rosen regnen" von Hildegard Knef sowie "Du hast den Farbfilm vergessen" von Nina Hagen aus. Denn diese Stücke seien im Notenarchiv des Bundeswehr-Orchesters nicht vorhanden gewesen.

Die Beschaffung von "Für mich soll's rote Rosen regnen" gestaltete sich verhältnismäßig einfach. "Der Song lag immerhin bei einem Verlag vor, musste aber erst bestellt, gedruckt und geliefert werden, sodass ich das erst ab Montag einstudieren konnte", sagte Kiauka.

Song muss erst neu arrangiert werden - Probezeit wird knapp

Der Titel von Nina Hagen musste erst einmal für ein Sinfonische Blasorchester umgeschrieben werden. Ein Klarinettist des Orchesters habe deswegen innerhalb von zwei Tagen ein neues Arrangement geschrieben.  Man darf gespannt sein, wie Merkel auf die Musikstücke reagiert.

Wegen der Corona-Pandemie wird es bei Merkels Zapfenstreich keinen Empfang und eine deutlich geringere Zahl an Gästen geben. Als Ehrengast wird nach Angaben des Verteidigungsministeriums Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet. Die Zeremonie beginnt um 19.30 Uhr  soll live im Fernsehen übertragen werden.

mit dpa