Polizeibeamte stellen laut Gewerkschaftsangaben in den vergangenen Jahren eine erhebliche Gewaltbereitschaft rund um den Jahreswechsel fest. "Am Silvestertag wird seit Jahren viel Aggressivität und Respektlosigkeit wahrgenommen", sagte der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, der Deutschen Presse-Agentur. Dies betreffe nicht nur die Polizei, sondern auch Rettungskräfte und Feuerwehrleute.

"Böller werden gezielt auf Menschen geworfen"

"Da werden Böller beispielsweise gezielt auf Menschen geworfen und Raketen verantwortungslos in Richtung von Häusern abgeschossen. Die Gewalt trifft auch immer öfter Einsatzkräfte, die Orte mit Verletzten oder Brandstellen sichern."

"Verbot von Feuerwerk sehe ich skeptisch"

Auf Skepsis stößt beim GdP-Chef dennoch der Ruf nach einer Ausweitung von Böllerverboten. "Die derzeitige Diskussion um ein Verbot von Silvesterfeuerwerk in eng besiedelten Stadtgebieten sehe ich skeptisch, da die Polizei die hierzu notwendigen Kontrollen personell überhaupt nicht leisten kann", sagte Malchow. "Schon jetzt sind Tausende meiner Kolleginnen und Kollegen rund um den Jahreswechsel bundesweit im Einsatz, um für Sicherheit und Ordnung zu sorgen." Die bereits bestehenden punktuellen Verbote seien "völlig richtig und werden von den Einsatzkräften auch kontrolliert".