Berlin

Getroffene Hunde bellen: Was die Debatte um SUV über uns aussagt

SUV sind nicht zeitgemäß - und eigentlich weiß das jeder. Das meint zumindest unser Autor. Ein Kommentar.
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Ein Aufkleber mit der Aufschrift "Schade, dass Sie SUV fahren" klebt während einer Demonstration von Klimaaktivisten vor dem Haupteingang der IAA an einer Scheibe, hinter der ein SUV ausgestellt wird. Foto: Silas Stein/dpa
Ein Aufkleber mit der Aufschrift "Schade, dass Sie SUV fahren" klebt während einer Demonstration von Klimaaktivisten vor dem Haupteingang der IAA an einer Scheibe, hinter der ein SUV ausgestellt wird. Foto: Silas Stein/dpa

Getroffene Hunde bellen, sagt man. Das zeigt sich gerade wieder bei der Debatte um SUVs. Zwei zentrale Punkte bringen Kritiker immer wieder an: Die Sportgeländewagen würden durch ihre schiere Masse und Bauform eine größere Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer darstellen, als vergleichbare Kleinwagen. Und aus den gleichen Gründen würden sie auch deutlich mehr Sprit verbrauchen und damit die Umwelt stärker belasten.

Beide Punkte sind kaum von der Hand zu weisen. Vor allem sollte man sich aber Fragen, ob diese Autos zeitgemäß sind. Während die ganze Welt über Klimaschutz diskutiert und jeden Freitag Tausende Schüler für einen sorgsamen Umgang mit unserer Umwelt auf die Straße gehen, werden die Autos auf unseren Straßen immer größer und PS-stärker. Wer da keinen Widerspruch erkennt, ist blind.

Was SUVs und Schokolade gemeinsam haben

Letztlich geht es bei SUV auch oft um Bequemlichkeit, um Geltungsbewusstsein und Mode. Alle drei sind sicher keine guten Ratgeber für nachhaltiges Verhalten. Und das ist sicher auch den meisten SUV-Fahrern klar - zumindest unbewusst.

Der Hintergrund: "Verbotskultur" und "Tugendterror" - gibt es in Deutschland eine neue Lust am Verbot?

Insofern ist der Kauf eines SUV vergleichbar mit dem Essen einer Schokolade vor dem Zubettgehen: Man weiß eigentlich, dass es nicht gut ist, dass Gewissen plagt einen schon beim Essen - aber widerstehen kann man trotzdem nicht.

Statt sich mit den Konsequenzen des eigenen Handels auseinanderzusetzen, schiebt man die Schuld gern auf andere, relativiert Kritik oder diskreditiert die Kritiker. Aber so ist eben nun mal mit getroffenen Hunden.

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