FDP-Fraktionschef Christian Dürr nimmt die Debatte über Lockerungen bei den Corona-Isolationsregeln wieder auf. "Viele andere europäische Länder gehen den Weg, dass sich positiv
Getestete nicht mehr in Zwangsisolation begeben müssen", sagte er dem "Spiegel".

"Auch da sollten wir in Deutschland auf mehr Eigenverantwortung setzen, wie wir es auch bei anderen Infektionskrankheiten tun. Zum Beispiel könnte man nach einer Infektion mit Maske das Haus verlassen und Abstand halten."

Gesundheitsminister beraten heute: Kommen Lockerungen bei der Isolation?

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Vorschläge für ein weitgehendes Ende der amtlich angeordneten Isolationspflicht für Infizierte erst Anfang April nach einer Welle der Kritik einkassiert. Dies würde "psychologisch das falsche Signal" senden und als Schritt der Lockerung verstanden. Die Gesundheitsämter sollen eine Isolation daher weiter anordnen, nur die Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten nicht mehr. Die Dauer der Absonderungen soll zudem auf fünf Tage verkürzt werden. Das Ministerium hatte einen neuen Vorschlag an die Länder dazu angekündigt.

Die Gesundheitsministerkonferenz wird am Montag (25.04.2022) über das weitere Vorgehen beraten. Nach der jüngsten Videoschalte sagte die GMK-Vorsitzende, Petra Grimm-Benne: "Wir sind uns nach wie vor einig, dass wir einen Strategiewechsel bei den Quarantäne- und Isolationsregelungen vorbereiten müssen." Damit solle der Übergang von der pandemischen in die endemische Lage begleitet werden. Sie sprach außerdem mit Blick auf die Isolationsregeln von einer "Perspektive für den Sommer".

Bundesgesundheitsminister Lauterbach sieht aktuell keinen Spielraum für weitere Corona-Lockerungen. Holetschek ist anderer Meinung: "Lässt der Infektionsdruck weiterhin nach, soll im Rahmen einer zweiten Stufe die Isolation freiwillig werden." Es soll ein Zeitplan zum weiteren Vorgehen entwickelt werden, "ab wann die Isolation nicht mehr verpflichtend ist". 

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red mit dpa