• Triage: Medizinethikerin macht Vorstoß 
  • Ließe sich "durchaus argumentieren": Bonnerin will Geimpfte unter Umständen vorziehen
  • Politik soll entscheiden: Zwei Punkte laut ihr maßgeblich

Die Bonner Medizinethikerin Annette Duffner hat in einem Interview eine Debatte über eine möglicherweise notwendige Triage zum Nachteil von Ungeimpften gefordert. Das berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). 

Medizinethikerin will "Motivation" der Ungeimpften überprüfen 

Grund seien die zunehmenden Belastungen für das Gesundheitssystem durch die immer voller werdenden Intensivstationen, die derzeit zu einem Großteil Ungeimpfte versorgen. „Unter dem Strich glaube ich, dass sich die Beachtung des Impfstatus in einer überfüllten Intensivstation durchaus argumentieren ließe“, habe Duffner gegenüber der Rheinischen Post geäußert, so das RND. Im Falle der Triage muss sich medizinisches Personal für die Behandlung einer Person entscheiden, weil nicht genügend Kapazitäten bereitstehen. 

Die Auswahl der Patienten hänge von zwei Punkten ab, so die Medizinethikerin. Zum einen gehe es darum, wie breit das Solidaritätsprinzip zu verstehen sei. Zum anderen darum, wie "die Motivation der Menschen zu bewerten sei, die sich nicht impfen lassen". Alkoholikern würde man etwa eine neue Leber implantieren, weil sie suchtkrank seien. 

Bei Angst vor Impfschäden stelle sich aber die Frage, ob diese einen vergleichbaren Charakter habe wie Alkoholismus oder nicht. „Ultimativ sollten derartige Entscheidungen auf politischem Weg gefällt werden“, forderte die Medizinethikerin laut RND.