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Berlin
Vibrionen

Gefahr beim Baden: Infektionsalarm durch Vibrionen - wie gefährlich sind die Bakterien?

Die Erderwärmung lässt die Wassertemperaturen steigen. Darüber freuen sie aber nicht nur Badegäste. Wärmeres Wasser ist eine gute Voraussetzung für einige Bakterienarten. An der Ostsee könnten die Infektionen mit Vibrionen zunehmen. Die Gefahr wird künftig wohl größer.
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Endlich am Strand
Beim Baden in der Ostsee könnten sich künftig mehr Menschen mit Vibrionen infizieren. Foto: Joan Mateu/AP/dpa

Reiseziele in Deutschland sind in diesem Jahr besonders beliebt. So ist Urlaub an der Ostsee 2020 ein echter Reise-Trend. Doch auch dort lauern Krankheitserreger - wie etwa Vibrionen. Insbesondere an der Ostseeküste könnte in Folge der globalen Erwärmung die Zahl der Vibrionen-Infektionen zunehmen. 

Grund dafür sind laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) steigende Wassertemperaturen etwa der Meere und in Flussmündungen. Sie erleichtern den salztoleranten Bakterien die Ausbreitung.

Erhöhte Temperaturen begünstigen Vibrionen-Vermehrung 

«Vibrionen vermehren sich ab Wassertemperaturen von 20 Grad verstärkt», sagte Eckhard Strauch, Leiter des Konsiliarbüros für Vibrionen des BfR. Besonders in der Ostsee, die bislang eher kühl sei, könnte die Gefahr steigen. Durch längere Hitzeperioden könnte die Wassertemperatur in Zukunft häufiger über 20 Grad klettern, sodass sich die Bedingungen für Vibrionen verbesserten.

Hinzu komme, dass die Salzkonzentration in der Ostsee moderat sei. «Gerade für die beiden Vibrionen-Spezies, die besondere Probleme verursachen, Vibrio vulnificus und Vibrio cholerae non-O1, sind die Bedingungen hier günstig», so Strauch. Vibrionen sind an der gesamten Ostseeküste bis in den baltischen Raum verbreitet. Auch an der Nordsee etwa in Flussmündungen kommen sie vor.

In den vergangenen Jahren lag die Zahl bekannter Erkrankungen in Deutschland laut Strauch im ein- oder niedrigen zweistelligen Bereich. Wie viele Menschen sich in diesem Jahr infizieren werden, hänge vom Wetter ab. Nach Einschätzung der Weltwetterorganisation (WMO) mit Blick auf die ersten Monate könnte das Jahr neue Temperaturrekorde bringen. Die Organisation hält einen weiteren Hitzesommer in der nördlichen Hemisphäre für möglich.

Ältere Menschen stärker gefährdet - vereinzelt Todesfälle 

Junge und gesunde Erwachsene erkranken laut Robert Koch-Institut (RKI) nur selten an einer Vibrionen-Infektion. Gefährlich sind die Bakterien demnach vor allem für ältere sowie immungeschwächte Personen. Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Lebererkrankungen oder Krebs hätten ein erhöhtes Risiko für eine Erkrankung und einen schweren Krankheitsverlauf.

Vereinzelt kam es in den vergangenen Jahren zu Todesfällen. Vibrionen können schwere Wundinfektionen auslösen, Symptome sind etwa starker lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost. Wer mit Vibrionen kontaminierte Meeresfrüchte isst, die roh oder nur wenig gegart sind, oder kontaminiertes Meereswasser schluckt, kann sich eine Magen-Darm-Erkrankung zuziehen. Behandelt werden die Infektionen in der Regel mit Antibiotika.