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Netzsicherheit

Internet zu Coronazeiten: Hält das Netz dem Andrang stand? Das sagen die Betreiber

Viele Arbeitnehmer bleiben im Home Office, Schüler und Studenten bleiben zuhause: Social Distancing ist das Gebot der Stunde im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Serien streamen und im Internet surfen sind gerade jetzt willkommene Ablenkungen. Das bedeutet eine neue Belastung für die digitale Welt. Kann das Netz der Belastung standhalten? Das sagen die Internet-Anbieter.
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Andere Länder haben gezeigt, was passiert wenn die Netze überlastet sind. Auch hier bleiben die Menschen gerade meist wegen der Corona-Krise zu Hause. Droht uns ein ähnliches Szenario wie zum Beispiel in der Schweiz? Symbolbild: Christopher Gower/ Unsplash
Andere Länder haben gezeigt, was passiert wenn die Netze überlastet sind. Auch hier bleiben die Menschen gerade meist wegen der Corona-Krise zu Hause. Droht uns ein ähnliches Szenario wie zum Beispiel in der Schweiz? Symbolbild: Christopher Gower/ Unsplash

Die Maßnahmen im Kampf gegen das neuartige Virus Covid-19 werden immer drastischer. Die gesamte Gesellschaft befindet sich momentan in einem Ausnahmezustand. Viele Erwachsene arbeiten aus dem Home Office, Kinder dürfen nicht in die Schule und viele Freizeitbeschäftigungen  sind nicht möglich: Das bedeutet jetzt schon jetzt einen Anstieg der Internetnutzung, denn Arbeit, Unterricht und Ablenkung finden oft nur noch digital statt. Packt unser Netz den Andrang?

Viele Aktivitäten werden aktuell vom Internet aufgefangen: Arbeit, Unterricht und auch der Kulturbetrieb findet während der Coronakrise meist im Internet statt. Die Frage ob unsere digitale Welt eine solche Belastung ohne Einschränkungen erfolgreich gewährleisten kann, stellen sich Viele. Die drei Netzbetreiber Vodafone, Telekom und Telefonica haben sich entsprechend dazu geäußert.

Vodafone

Seit zwei Wochen arbeitet Vodafone daran, die Krise geplant zu meistern. Der CEO Hannes Armetsreiter betonte am Mittwoch (17. März 2020), dass das Funktionieren dieser Gesellschaft momentan ein Stück weit von ihnen abhänge. Daher hat Vodafone eine eigene Task-Force entwickelt, die zweimal täglich tagt und auch Fragen der Netzabdeckung behandelt.

Vodafone sei dabei in ständigem Kontakt mit den Behörden und Ministerien, um Maßnahmen umzusetzen. Am Montag war schon eine leichte Steigung von 10 bis 15 Prozent im Datenverkehr im Festnetz festzustellen. Der Datenverkehr im Mobilfunk nahm hingegen leicht ab. Die Zahl der Anrufe nahm um rund 20 Prozent zu. Vodafone sieht sich zum momentanen Zeitpunkt gut gerüstet. Trotzdem beobachten spezielle Teams die Situation genau um Maßnahmen auf den Weg bringen zu können, wenn dies anders werden sollte. Der Ausbau wurde depriorisiert und die Netz-Ressourcen dadurch nochmal zusätzlich gesichert. Allerdings zeigen Nachbarländer, wie eine massive Gaming- und Streaming-Nutzung zusätzliche Last auf Netze bringen kann. "Spezielle Teams beobachten daher die Situation Tag und Nacht sehr genau und können zeitnah Maßnahmen auf den Weg bringen, um bei Bedarf gegenzusteuern", sagte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf der dpa.

 

Telekom

Der Ansturm auf die digitale Welt bleibt auch bei der Telekom nicht unbemerkt. Am Mittwoch (18. März 2020) meldete sich der Geschäftsführer der Technik Telekom Deutschland ebenfalls zu der Frage zu Wort, ob das Netz diese Belastung aushalten kann.

Nach den ersten Meldungen aus China hat die Telekom interne Arbeitsgruppen gegründet und schon Notfallpläne auf den Weg gebracht. Zum ersten Ziel macht das Unternehmen dabei die Aufrechterhaltung und Sicherstellung der kritischen Infrastruktur. Dazu zählen sie die Sprach- und Datendienste sowie den Bereich TV. Dafür arbeiten Mitarbeiter/innen an systemrelevanten Komponenten und Prozessen. Intern werden bereits auch noch weitere Arbeitsaufträge vorbereitet und umgesetzt.

 

Aktuell merkt das Unternehmen einen Anstieg von über 50 Prozent bei der Menge der Telefonate am Montag (16. März 2020). Diese Menge ist für das Netz der Telekom noch kein kritischer Wert. Die Telekom Deutschland steht bei ihren Maßnahmen in engem Kontakt mit den Mitarbeitern aus Österreich. Diese Werte decken sich mit den Erfahrungen des Nachbarlandes. Das Netz ist momentan stabil. Auch hier wird die Situation genau beobachtet um handeln zu können, wenn es nötig wird. "Aus jetziger Sicht wird die Zunahme von Homeoffice und Streamingdiensten zu keiner Situation führen, in der die Netzkapazitäten an ihre Grenzen geraten", sagte ein Sprecher der Deutschen Telekom.

Telefonica/ O2

Der dritte große Netzanbieter möchte ebenfalls eine Grundversorgung für alle o2-Privat- und Geschäftskunden sowie für die Kunden der Zweitmarke Blau gewährleisten. Dabei soll das Informieren über aktuelle Entwicklungen und das Kontaktieren der Freunde und Familie problemlos bestehen bleiben.

Es erfolgt dementsprechend eine Erhöhung der Surf-Geschwindigkeit nach Verbrauch des inkludierten Datenvolumens auf 384 Kbit/s. Diese Aktion wird vorbehaltlich von dem Unternehmen bis Ende April für Kunden gelten und erfolgt ohne Zusatzkosten. Die weiteren Entwicklungen zur Stabilität des Netzes werden weiterhin vom Unternehmen beobachtet. Die vorausschauende Netz- und Kapazitätsplanung des Unternehmens sichert einen zuverlässigen und reibungslosen mobilen Datentransport.