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Umsatz-Katastrophe in Gastronomie: Kommen Corona-Rettungsfonds?

Die Gastronomie ist einer der Wirtschaftsbereiche, die am härtesten von der Corona-Krise betroffen sind. Die "DEHOGA" verlangt nun Rettungsfonds, um eine Katastrophe zu verhindern.
 
Coronavirus - Gastronomie
Seit dem 18. Mai dürfen Gastronomiebetriebe in Bayern unter strengen Auflagen wieder öffnen. Foto: Martin Schutt (ZB)

Dass die Gastronomie von der Corona-Krise hart getroffen wurde, liegt auf der Hand. Wochenlang mussten alle Restaurants, Cafés und Gaststätten geschlossen bleiben. Doch seit dem 18. Mai 2020 ist das Gastgewerbe wieder  für die Bevölkerung zugänglich, wenn auch unter strengen Hygiene-Maßnahmen. 

Allerdings ist der wirtschaftliche Schaden bereits entstanden: Der "Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA)" spricht von einem Umsatzeinbruch des Gastgewerbes im Monat März von 45,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für den April werden Umsatzeinbußen von über 90 Prozent prognostiziert. Die "DEHOGA" fordert nun einen längst "überfälligen" Gastro-Rettungsfond.

Gastgewerbe in der Corona-Krise: So schlimm ist es wirklich

"Das Gastgewerbe kämpft ums Überleben", sagt "DEHOGA"-Präsident Guido Zöllick. Auch die aktuellen Lockerungen und Wiedereröffnungen würden nichts an der katastrophalen wirtschaftlichen Lage der Betriebe ändern.  "Aufgrund der Abstandsgebote liegen die Umsätze 50 bis 70 Prozent unter den Vorjahreswerten", erklärt Zöllick und warnt vor einer Pleitewelle nie gekannten Ausmaßes.

Durch die wochenlangen Schließungen fehlen der Branche allein bis Ende April mehr als zehn Milliarden Euro Umsatz. Besonders kritisch komme hinzu, dass es im Gastgewerbe keinen "Nachholeffekt" gebe: Verlorengegangener Umsatz könne bei einer Wiedereröffnung nicht aufgeholt werden, erklärt der Verband. Außerdem gebe es neben Restaurants, Cafés, Gaststätten und Biergärten auch Bars, Clubs und Diskotheken für welche es nach wie vor keine Öffnungsperspektiven gäbe: Die bedeutet weiterhin null Umsatz bei fortlaufenden Fixkosten.

Aus einer "DEHOGA"-Umfrage im Mai 2020 geht außerdem hervor, dass knapp 85 Prozent aller Zulieferfirmen eine "starke bis sehr starke Betroffenheit" spüren würden. Auch hier liegen die Umsatzeinbußen im Vergleich zum Vorjahr bei durchschnittlich 52 Prozent. 

Gastronomie in Corona-Krise: Gaststättenverband fordert Rettungsfonds

Einen möglichen Ausweg oder zumindest eine Hilfestellung könnte ein Rettungsfonds sein. "Ein Rettungsfonds mit direkten Finanzhilfen ist überfällig und muss jetzt kommen. Unbürokratisch und gerecht in der Ausgestaltung. Für kleine wie für große Betriebe. Es geht um die Zukunft der öffentlichen Wohnzimmer des Landes und den Erhalt der touristischen Infrastruktur", erklärt "DEHOGA"-Präsident Zöllick. "Ich erwarte, dass die gesellschaftliche, kulturelle wie wirtschaftliche Bedeutung der Branche gewürdigt wird. Unsere Betriebe sind ein unverzichtbarer Teil des öffentlichen Lebens, fest verwurzelt in den Städten und Regionen."

Laut Zöllick müsse der Rettungsfonds sofort kommen, sonst würden Tausende Betriebe den Juni nicht überleben. Das Gastgewerbe umfasst etwa 2,4 Millionen Erwerbstätigen inklusive Inhaber, mitarbeitende Familienmitglieder und Minijobber. Davon seien über 1,1 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.