Das Konzept sieht ab einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 100 000 Euro einen Spitzensteuersatz von 49 Prozent vor. Gabriel und Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hatten zuvor Steuersenkungen in Aussicht gestellt, wenn dem Staat durch eine Bekämpfung von Steuerdumping und Steuerbetrug Milliardenmehreinnahmen zufließen. Gabriel versuchte den Eindruck auszuräumen, es gebe einen Kurswechsel. Die SPD habe keine kalten Füße bekommen, betonte er.

Es bleibe bei der Reihenfolge: Erst das Steuerpaket umsetzen, dann schauen, was ein stärkerer Kampf gegen Steuerbetrug und Steuerdumping bringt. Je erfolgreicher Steuerbetrug und die legale Steuervermeidung großer Konzerne bekämpft würden, «desto eher können wir auch daran, dann Steuersätze zu senken», sagte auch Steinbrück in der SWR-Sendung «2+Leif». Dies sei kein Widerspruch, sondern völlig logisch. Gabriel betonte, der höhere Spitzensteuersatz solle bei einem rot-grünen Wahlsieg ab 2014 gelten. Andere Pläne, etwa bei der Vermögens- und Erbschaftssteuer, könnten in Koalitionsverhandlungen erörtert werden.