Das US-Magazin Forbes veröffentlicht jährlich einer Liste der reichsten Menschen der Welt. In diesem Jahr kamen so viele neue Namen dazu, wie noch nie zuvor: 493 neue Milliardäre stehen auf der Liste, insgesamt stieg die Zahl der Superreichen auf 2.755.

Der Jüngste unter der Newcomern kommt in diesem Jahr aus Deutschland: Kevin David Lehmann ist 18 Jahre alt und besitzt neuerdings ein Vermögen von rund 3,3 Milliarden US-Dollar. Er ist der Sohn von Günther Lehmann, Gesellschafter der Drogeriekette "dm", und hatte laut Forbes bereits mit 14 Jahren die Unternehmensanteile seines Vaters überschrieben bekommen. Bis zu seinem 18. Geburtstag wurde sein Milliarden-Erbe jedoch von einem Treuhänder verwaltet.

"dm"-Erbe mit 18 Jahren schon Milliardär

Über die Familie Lehmann ist im Gegensatz zu "dm"-Gründer Götz Werner nur wenig bekannt. Günther Lehmann stieg 1974 - die erste "dm"-Filiale wurde 1973 in Karlsruhe eröffnet - in das Unternehmen mit ein. Damals war er noch Gesellschafter der Supermarkt-Kette Pfannkuch - seine Unternehmensanteile hatte Lehmann ebenfalls von seinem Vater bekommen.

"dm" ist inzwischen mit etwa 3.700 Filialen und mehr als 60.000 Mitarbeitern die größte Drogeriekette Europas, der jährliche Umsatz liegt bei mehr als 11 Milliarden Euro. Kevin David Lehmann besitzt nun einen Anteil von 50 Prozent am Unternehmen. Da bereits sein Vater als Gesellschafter lediglich im Hintergrund tätig war, ist vorerst nicht zu erwarten, dass sich sein Sohn aktiv ins Geschäft einmischt.

Der Gründer von "dm" handhabt sein Erbe übrigens vollkommen anders: Werner übertrug 2020 seine Geschäftsanteile an eine Stiftung. Seine Kinder müssten sich selbst beweisen, sagte er damals der Frankfurter Rundschau. Nur eines seiner sieben Kinder arbeitet für "dm": Christoph Werner stieg 2010 in den Konzern ein und hat 2019 schließlich die Führung übernommen, auf der Forbes-Liste steht er nicht.

Forbes-Ranking: Trotz Corona-Krise so viele Milliardäre wie noch nie

Schon seit 35 Jahren existiert die berühmte Forbes-Liste. In diesem Jahr zeigt sie vor allem, welchen Erfolg das Corona-Jahr den Superreichen gebracht hat. Zusammengerechnet gehöre den Milliardären weltweit ein Vermögen von 13,1 Billionen US-Dollar (Vorjahr: 8 Billionen US-Dollar), 86 Prozent der Gelisteten seien reicher als im Jahr zuvor. Auch die hohe Zahl an neuen Milliardären spricht für sich: Umgerechnet ist quasi alle 17 Stunden ein weiterer Mensch zum Milliardär geworden. Gründe für diesen heftigen Anstieg sind unter anderem die steigenden Aktienkurse, der Erfolg von Kryptowährungen, aber auch die staatlichen Finanzhilfen für Unternehmen.

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An der Spitze des Rankings ist zum vierten Jahr in Folge Amazon-Gründer Jeff Bezos mit einem Vermögen von 177 Milliarden Dollar. Neu auf dem zweiten Platz ist Tesla-Chef Elon Musk mit 151 Milliarden Dollar. Die Aktien beider Unternehmen haben 2020 stark zugelegt. Die meisten Milliardäre kommen aus den USA mit 724, dicht gefolgt von China mit 698. Deutschland ist mit 136 Milliardären zumindest in Europa auf Platz eins, darunter Hans-Werner Hector, Mitbegründer des Software-Giganten SAP und neuerdings auch der Vorstandsvorsitzende des Axel Springer Verlags, Mathias Döpfner.

Das meiste Geld machen in Deutschland übrigens Supermärkte: Die Erben von Aldi Süd, Beate Heister und Karl Albrecht junior, kommen auf 39,2 Milliarden Dollar. Dieter Schwarz, dem Kaufland und Lidl gehören, liegt nur ein paar Milliarden dahinter mit einem Vermögen von 36,9 Milliarden Dollar.

Forbes hat sich neben der Nationalität auch genauer angesehen, wie die Gelisteten zu ihren Milliarden gekommen sind, und dabei ermutigend festgestellt: Es sind wesentlich weniger Erben auf der Liste als in den Jahren zuvor. Gut 70 Prozent sind "Selfmade"-Milliardäre, noch vor 20 Jahren waren es gerade Mal halb so viele.

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