Bundesinnenminister Thomas de Maizière fordert finanzielle Sanktionen für EU-Staaten, die eine Aufnahme von Flüchtlingen und eine entsprechende Quote ablehnen. "Die Länder, die sich verweigern, denen passiert nichts. An ihnen gehen die Flüchtlinge eben vorbei", sagte der CDU-Politiker am Dienstag im "Morgenmagazin" des ZDF. "Deswegen müssen wir, glaube ich, über Druckmittel reden."

Es handele sich oft um Länder, die viele Strukturmittel von der EU erhielten. Er unterstütze den Vorstoß von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, diesen Ländern Mittel aus den Fonds zu kürzen.

De Maizière forderte Griechenland auf, Flüchtlinge nicht länger einfach in die Mitte Europas weiterzuleiten.
"Das muss aufhören." Er habe jetzt zum ersten Mal von der Übergangsregierung in Athen gehört, dass sie Haltezonen einrichten und mit dem Flüchtlingshilfswerk UNHCR zusammenarbeiten wolle. Dazu erhalte die griechische Regierung mehr Geld. "Das ist der entscheidende Punkt, der dann möglichst schnell auch zu einer Entlastung führt."

De Maizière wollte die Prognose für in Deutschland erwartete Flüchtlinge in diesem Jahr nicht erhöhen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) war am Montag von bis zu einer Million Menschen ausgegangen, offiziell rechnet die Regierung mit 800 000. "Ich möchte jetzt die Zahlen nicht verändern", sagte de Maizière. "Als ich 800 000 gesagt habe, da hieß es in Afghanistan: Aha, Deutschland führt eine Quote ein. Die ist bei 800 000. (...) Alles, was man da sagt, führt zu einer merkwürdigen psychologischen Wirkung."