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München
Streit mit Regierung

Flixbus droht 30 Prozent der Strecken einzustellen - Franken betroffen

Flixbus will sein Streckennetz einschränken - auch in Franken. Hintergrund ist der seit Monaten schwelende Streit um die Mehrwertsteuersenkung für Bahntickets.
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Der ländliche Raum könnte bald abgehängt werden: Flixbus droht, sein Streckennetz um 30 Prozent zu senken.  Arne Dedert, dpa
Der ländliche Raum könnte bald abgehängt werden: Flixbus droht, sein Streckennetz um 30 Prozent zu senken. Arne Dedert, dpa

Im Streit um das Klimapaket der Bundesregierung kündigt das Fernbus-Unternehmen Flixbus nun drastische Schritte an. Demnach könnten das Streckennetz um 30 Prozent reduziert werden. Auch Linien in Franken sollen betroffen sein.

Hintergrund des Streits ist die einseitige Mehrwertsteuersenkung von Bahnfahrten auf 7 statt wie bisher 19 Prozent. "Eine einseitige Mehrwertsteuersenkung verschiebt die Rahmenbedingungen im Fernverkehr massiv", teilt das Unternehmen mit. Der Streit schwelt bereits seit Monaten. Auch juristisch ist man bereits gegen die Entscheidung vorgegangen.

Flixbus plant Einschränkung des Streckennetzes in Franken

Nun scheinen die Pläne bei Flixbus Form anzunehmen: Gegenüber der Wirtschaftswoche betonte Flixbus-Gründer André Schwämmlein, der an der Universität Erlangen-Nürnberg Wirtschaftswissenschaften studiert hat, dass sich das Streckennetz in Deutschland im Jahr 2021 massiv ändern werde. Vor allem kleinere und mittlere Halte und ländliche Gebiete könnten in Zukunft kaum noch bedient werden.

 

"Dies betrifft dann aller Voraussicht nach auch die Region Franken", bestätigte ein Sprecher des Fernbus-Unternehmens gegenüber inFranken.de. Welche Linien und Verbindungen genau zur Disposition stehen, wollte das Unternehmen zunächst kommentieren.

Enttäuscht zeigt sich Flixbus über den Paradigmenwechsel der Bundesregierung: Nachdem diese das Fernbus-System zunächst ermöglicht und gefördert habe, rudere man nun zurück: Diese Entwicklung sei "schwer zu verstehen". Schließlich hätten Fernbusse sogar eine bessere Klimabilanz als Züge.

 

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Auch Firmengründer Schwämmlein gibt sich enttäuscht: "Kein anderes Land der Welt hätte die Mehrwertsteuersenkung in dieser Form beschlossen", sagte er gegenüber der Wirtschaftswoche. Er fühlt sich benachteiligt - und will ökologische Innovationen in Zukunft lieber in anderen Ländern einführen.