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Deutschland
Sommer-Prognose 2021

Meteorologe mit Prognose: Aktueller Trend deutet auf "Extremsommer" hin

Schon 2020 war das wärmste Jahr in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnung - 2021 könnte dem Konkurrenz machen. Experten rechnen erneut mit Rekord-Temperaturen. Der bisherige Wetter-Trend weist auf einen "Extremsommer" hin.
 
Deutschland droht 2021 ein "Extremsommer"
Prognose für den Sommer 2021 - Meteorologe sagt "Extremsommer" voraus. Symbolbild: Bru-nO /Pixabay
  • 2020 wärmstes Jahr in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen
  • Klimaforscher mit Mahnung: "Bemühungen gegen Klimaerwärmung beschleunigen"
  • So wird der Sommer 2021: Meteorologe Dominik Jung gibt erste Vorhersage ab
  • Aktueller Trend deutet auf "Extremsommer" hin

Der Sommer 2021 in Deutschland könnte abermals ein extremer werden. Diplom-Meteorologe Dominik Jung geht von einem sehr trockenen Sommer mit extremen Hitzewellen über mehrere Tage aus. Es könnte ähnlich heiß wie im vergangenen Jahr werden.

Extreme Wärme: 2020 heißestes Jahr aller Zeiten in Europa

Das Jahr 2020 war in Europa das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das teilte der europäische Klimawandeldienst Copernicus (C3S) in seinem European State of the Climate Report am Donnerstag in London mit. Auch wenn es im vergangenen Sommer weniger extreme Hitzewellen gab als in den vorherigen Jahren, stieg der Temperaturdurchschnitt insgesamt. Herbst und Winter waren auf dem europäischen Kontinent nie wärmer als im Jahr 2020. Der Winter lag sogar um 3,4 Grad Celsius über dem Durchschnitt der drei Jahrzehnte von 1980 und 2010. Besonders warm war es im Nordosten Europas.

C3S-Direktor Carlo Buontempo mahnte zur Eile im Kampf gegen die Klimaerwärmung: "Wir müssen unsere Bemühungen beschleunigen, um zukünftige Risiken zu minimieren", erklärte er. Auch global zeigt die Temperaturkurve nach oben: 2020 war laut dem Bericht weltweit eines der drei wärmsten aller bisher erfassten Jahre. Besonders besorgniserregend schreitet die Erwärmung in der sibirischen Arktis voran. Dort lagen die Temperaturen teilweise 6 Grad höher als im Referenzzeitraum. Der weltweite 5-Jahres-Durchschnitt hat demnach mit 1,2 Grad über dem vorindustriellen Wert von 1850 bis 1900 einen neuen Höchststand erreicht.

Die Sommerprognose 2021: Aktueller Trend lässt "extremen Sommer" erwarten

Der April 2021 ist aktuell trüb, kalt und war unerwartet "schneelastig". "Wir erleben derzeit einen recht lang gezogenen Spätwinter. Das ist ungewöhnlich", sagt Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterdienst Q.met. In einer umfangreichen Analyse des Jahres 2021 bis Mitte April hat der Wetterexperte einen Trend erkannt. Jung wagt eine erste Sommerprognose - und die sieht kritisch aus. Uns könnte ein extrem heißer Sommer bevorstehen.

Das Aprilwetter und unser Gefühl täuscht uns nicht. "Der Monat ist sogar um rund 1 Grad kälter als im langjährigen Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990", analysiert der Meteorologe die aktuelle Lage. Aber: Es fällt kaum Niederschlag. Zwar gebe es immer wieder Schneeregen-, Schnee- oder Regenschauer, aber das sei viel zu wenig. Jung ist sich sicher: "Eine neue Trockenheit deutet sich an." Und das lässt wieder einen extremen Sommer erwarten.

Schaut man genauer hin, dann folgten Februar und März einem Muster: "Beide Monate starteten jeweils deutlich zu kalt beziehungsweise kühl. Doch dann kam jeweils die letzte Woche mit Rekordwerten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.", so Jung. 

 Im Februar lag die Höchsttemperatur in Deutschland bei 22 Grad, im März bei 27,2 Grad. Laut Meteorologe Jung war es die höchste je gemessene März-Temperatur in Deutschland.

Meteorologe: "Von einem Wetterextrem in das andere"

"Das Wetter schwankt von einem Extrem ins andere. Genau das haben uns Klimaforscher als Auswirkungen des Klimawandels immer prophezeit", ordnet Jung diese Entwicklung ein. Und baut darauf seine Sommerprognose auf.

Sein Wettermodell setzt derzeit auf einen "leicht zu warmen" Sommer 2021. Aber die extremen Schwankungen sollen weiter auftreten, so Jung. Und so könnte das in den Monaten Juni bis August genauer aussehen: "Da kann es zwei oder drei Wochen mäßig warmes Schmuddelwetter geben und dann plötzlich eine mehrtägige Hitzewelle mit Topwerten über 35 oder sogar um 40 Grad."

Die Wetterextreme werden sich auch in diesem Jahr stark auf die Trockenheit in Deutschland auswirken. Schon jetzt, im Frühjahr, sind laut Jung "zahlreiche sehr trockene Stellen" auf entsprechenden Karten sichtbar." Für den Diplom-Meteorologen ist das keine Ausgangslage für die kommenden Monate.

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