Die Bundesregierung will nach den Worten von Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) den Begriff Rasse aus dem Grundgesetz streichen und durch eine neue Formulierung zum Schutz vor Rassismus ersetzen. "Es besteht völlige Einigkeit darüber, dass es keine unterschiedlichen Menschenrassen gibt", bekräftigte Lambrecht in der "Augsburger Allgemeinen". Das Grundgesetz solle an dieser Stelle "überarbeitet" werden. Darüber sei sich die Koalition einig.

Lambrecht verwies auf Grundgesetz-Artikel 3, in dem es heißt: "Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden." 1949 sei der Begriff Rasse aufgenommen worden, um sich von der Nazi-Rassenideologie zu distanzieren. Aus heutiger Sicht könne die Verwendung des Begriffs jedoch "zu Missverständnissen" führen. Deshalb werde dies zu Recht kritisiert.

Begriff "Rasse" veraltet: Grundgesetz muss vor Rassismus schützen

Der Begriff dürfe jedoch nicht ersatzlos aus der Verfassung entfernt werden, sagte die SPD-Politikerin weiter. "Das Grundgesetz muss vor Rassismus schützen, ohne dabei von "Rasse" zu sprechen", betonte Lambrecht. Die Justizministerin soll nun zusammen mit Innenminister Horst Seehofer (CSU) einen entsprechenden Entwurf erarbeiten.