Erneut haben sich entgegen allen Mahnungen am Sonntag viele Ausflügler auf den Weg in den Harz gemacht. Auch in der Rhön waren am Wochenende zahlreiche Touristen unterwegs. Schon am Morgen waren die Parkplätze voll, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Die Bundesstraße 4 musste zudem kurzzeitig am Ortsausgang Bad Harzburg in Richtung Torfhaus einseitig gesperrt werden, da es zu Staus kam und einige Autos bereits liegengeblieben waren.

Im Sauerland ein ähnliches Bild: Trotz eines weit reichenden Betretungsverbots sind auch am Sonntag wieder viele Tagesausflügler nach Winterberg im verschneiten Sauerland (Nordrhein-Westfalen) gefahren. Die Polizei riegelte daraufhin wichtige Zufahrtsstraßen ab. Es komme jetzt praktisch niemand mehr rein, sagte eine Sprecherin der Stadt Winterberg. «Wir haben gestern Abend noch ein Betretungsverbot ausgesprochen, aber die Leute sind trotzdem wieder hierhergekommen», berichtete sie. Jetzt würden sie aber hoffentlich umdrehen und zurückfahren.

Wintergebiete: Wanderer sorgen für Staus auf Zufahrten

Winterberg hatte in den vergangenen Tagen unter Hinweis auf die Ansteckungsgefahr mit Corona und den Lockdown immer wieder darum gebeten, auf Ski- und Rodelspaß zu verzichten.

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es trotz der Corona-Pandemie einen Ansturm auf die Ausflugsziele im Harz und im Sauerland gegeben. Stundenlangen Staus auf den Zufahrtsstraßen waren die Folge. Die Polizei äußerte die Hoffnung, dass die Lage im Laufe des Sonntags nicht wieder ausartet: «Momentan ist ein starker Schneefall, vielleicht hält das den einen oder anderen Besucher ab», sagte der Sprecher am Sonntagvormittag.

Auch in Bayern stürmten die Menschen förmlich die Wandergebiete: Zehntausende Menschen haben am Wochenende nach Neujahr in den bayerischen Bergen Abwechslung von der Lockdown-Tristesse gesucht. Obwohl der Ansturm vielerorts nicht übermäßig war, kam es an einigen Orten erneut zu Überfüllungen. «Der Ansturm ist enorm», sagte etwa der Bürgermeister von Schliersee, Franz Schnitzenbaumer (CSU). Hunderte Schlittenfahrer tummelten sich selbst auf kleinen Hügeln und die Skipisten bevölkerten Tourengeher. Im Großraum München lebten drei Millionen Menschen, die alle nicht in den Urlaub fahren dürften. Das sei nun in Bayern zu spüren.

Fichtelgebirge statt Alpen: Schlechtes Wetter verschiebt Wanderziele

Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee sagte, die Parkplätze seien teilweise überfüllt. «Es ist genauso voll, als wenn Skibetrieb wäre», sagte er. Viele nutzten die Eisfläche des zugefrorenen Spitzingsees zum Langlaufen oder Schlittschuhlaufen.

Allerdings führte das vergleichsweise schlechte Wetter am Wochenende und der Schneefall in den Mittelgebirgen zu einer gewissen Entspannung in den bayerischen Alpen. Viele Ausflügler entschlossen sich auch zu einer Fahrt etwa ins Fichtelgebirge oder in den Frankenwald statt in die Alpen. Die Schlepplifte sind coronabedingt geschlossen, zahlreiche Familien sowie Gruppen machen sich jedoch zu Fuß auf den Weg. Wegen Überfüllung und des Ansteckungsrisikos rät die Polizei weiter von Ausflügen in winterliche Gegenden ab.