Was ist mit dem zehnjährigen Raphael passiert? Die Antwort auf diese Frage ist seiner Mutter 10.000 Euro wert. Denn: Der Junge soll von seinem Vater entführt worden sein. Die Berichte mehrerer Medien hat ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Pforzheim der Deutschen Presseagentur (dpa) bestätigt. "Der Aufenthaltsort des Beschuldigten ist uns aktuell nicht bekannt. Wir suchen nach wie vor mit Hochdruck nach ihm", hieß es in einem Statement am Dienstag. Weitere Angaben machte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

Gegen den Vater wird wegen des Verdachts auf Kindesentziehung ermittelt. Er lebt von der Mutter seines Sohnes getrennt in Bergisch Gladbach. Dort war der gemeinsame Sohn über Weihnachten und sollte am 2. Januar 2022 mit dem Zug in Köln ankommen. Seine Mutter wartet dort auf Raphael und wollte ihn abholen. Doch vergebens: Der Zehnjährige tauchte nicht auf. Sofort war der Mutter klar: Raphael wurde von ihrem Ex-Mann entführt.

Zehnjähriger verschwunden: Wurde er von seinem Vater nach Panama entführt?

"Wer geimpft ist, wird von ihm übel beschimpft. Per Anwalt hatte er sich in Raphaels Schule dagegen ausgesprochen, dass er an Corona-Tests teilnimmt", sagte die Mutter gegenüber Bild. Der Vater soll in der Querdenker-Szene unterwegs sein. Dass sich der Sohn positiv zu einer möglichen Corona-Impfung geäußert habe, könnte den Vater zum Entschluss der Entführung getrieben haben. Mehrere Indizien weisen laut Bild daraufhin.

Demnach soll der Zehnjährige per Fax von der Schule abgemeldet worden sein. Der Absender der Nachricht war eine ausländische Nummer. Dazu wollte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber der dpa keine Angaben machen. "Die Motivlage ist Gegenstand der Ermittlungen. Wir haben keinen Kontakt zum Beschuldigten", sagte er am Dienstag (18.01.2022). Auch die Entdeckung der Mutter und ihres neuen Ehemanns, dass der Raphaels Vater mit 60 Kilo Gepäck verschwunden sei, wollte die Staatsanwaltschaft nicht bestätigen.

Mittlerweile ermittle auch Interpol. Denn der Verdacht liegt nahe, dass Vater und Sohn sich in Panama aufhalten könnten. Der Aufenthaltsort des Beschuldigten sei der Staatsanwaltschaft aktuell nicht bekannt, heißt es gegenüber der dpa. "Wir suchen nach wie vor mit Hochdruck nach ihm." Auch Raphaels Mutter geht dieser Spur nach. Laut Bild ist die Mutter nach Panama geflogen, um vor Ort nach ihrem Sohn zu suchen. Die Belohnung von 10.000 Euro soll andere motivieren, ihr bei der Suche zu helfen.

Mutter zahlt 10.000 Euro Belohnung - Vater drohen bis zu zehn Jahre Haft

Doch warum gibt es keine Öffentlichkeitsfahndung nach Vater und Sohn? Dazu äußerte sich ebenfalls ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber Bild: "Bei Kindern und Jugendlichen müssen wir die Persönlichkeitsrechte wahren.“ Dem Vater drohe eine Haftstrafe von bis zu fünf Jahren. Nimmt Raphael dabei Schaden, kann sich die Strafe sogar auf bis zu zehn Jahre erhöhen.