Die Organisation DDR-Opfer-Hilfe kritisierte, es sei «ein Skandal, dass ethische Grundsätze gegen Westgeld offenbar planmäßig über Bord geworfen wurden».

Der Charité-Historiker Volker Hess will die Vorgänge untersuchen und warnte davor, vorauseilend zu skandalisieren. «Ich würde nie von Menschenversuchen sprechen, das ist eine andere Kategorie.» Es handele sich um klinische Arzneimittelversuche, die nach gängigen Regeln durchgeführt wurden, sagte der Leiter des Instituts für Geschichte der Medizin der Charité, Hess. Eine der nun zu klärenden Fragen sei, ob und wie beide Seiten von den Tests ökonomisch profitiert hätten. Die Idee seines Forschungsprojekts sei es, alle Beteiligten - also auch die Pharmaunternehmen - einzubinden. «Wir wollen prüfen, ob alles mit rechten Dingen zuging.»