Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat mit einem Video-Auftritt beim FDP-Bundesparteitag in Berlin für Empörung im Netz gesorgt. Der Grund: Lindner hat sich mit Corona infiziert, er schwitzte während seiner Rede und wirkte sichtlich angeschlagen.

"Nach zwei Jahren ohne Covid19-Infektion, gestern einem negativen Ergebnis im Testzentrum und heute einem negativen Schnelltest: positiv. Dank dreier Impfungen nur leichte und wieder abklingende Erkältungssymptome. Allen, die schwerere Verläufe haben, wünsche ich alles Gute", hatte Lindner am Donnerstag bei Twitter geschrieben. 

"Praktizierte Eigenverantwortung": Kranker Lindner spricht per Video auf Parteitag - und erntet heftige Kritik

Lindner war während einer Geschäftsreise nach Washington positiv getestet worden und befindet sich seitdem offenbar in Isolation, weshalb der FDP-Chef nicht persönlich in Berlin anwesend sein konnte. Dass seine Infektion doch nicht so harmlos verläuft, wie Lindner kürzlich verlauten ließ, mutmaßen nun viele Twitter-Nutzer und -Nutzerinnen. Sie werfen Lindner mangelnde Eigenverantwortung vor.

"Beim #bpt22 spricht ein fiebrig und angeschlagen wirkender, Corona-positiver Lindner, während Delegierte stundenlang ohne Maske aufeinander hocken. Die praktizierte Eigenverantwortung der FDP. Krank arbeiten und nicht einmal den Basisschutz für sich und andere beachten", kritisiert etwa ein User. "Lindner sah echt übel aus,schwitzend, glasige Augen, eindeutig Fieber", meint ein anderer. "Aber Lindner hat doch soweit richtig gehandelt, sich nach positivem Test isoliert, ist in den USA geblieben. Aber ja, er ist sichtlich krank", gibt eine Nutzerin zu bedenken.

In seiner rund 40-minütigen Rede hat Lindner Kanzler Olaf Scholz (SPD) in Bezug auf die Debatte um Ukraine-Waffenlieferungen den Rücken gestärkt und die CDU/CSU-Opposition scharf kritisiert. "Der Bundeskanzler hat das Vertrauen der FDP und auch ihrer Fraktion im Deutschen Bundestag", sagt Lindner. Weiteres Thema waren unter anderem die wirtschaftlichen Folgen des Kriegs. Deutschland müsse sich einer "Stagflation" - einer schwächer laufenden Wirtschaft bei wachsender Geldentwertung - entgegenstellen, so der FDP-Chef.