Berlin
Corona-Impfung

Astrazeneca-Impfungen sollen wieder aufgenommen werden - mit einer Änderung

Die zunächst ausgesetzten Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca sollen in Deutschland wieder aufgenommen werden - aber mit einem neuen Warnhinweis.
 
Mehrere Länder in Europa haben  die Astrazeneca-Impfungen gestoppt. In Deutschland soll nun wieder mit dem Impfen von Astrazeneca begonnen werden.
Mehrere Länder in Europa haben die Astrazeneca-Impfungen gestoppt. In Deutschland soll nun wieder mit dem Impfen von Astrazeneca begonnen werden. (Symbolbild) Foto: Jens Büttner, dpa
  • Spahn: Astrazeneca-Impfungen sollen wieder aufgenommen werden 
  • EMA zu Astrazeneca: Entscheidung gefallen - Zusammenfassung
  • EMA will am Donnerstag Entscheidung über Astrazeneca treffen
  • Thrombose-Gefahr: Corona-Impfstoff mit weiteren Einschränkungen? 
  • Bund und Länder halten am Freitag "Impfgipfel" ab: Klare Ansagen erwartet

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat an diesem Donnerstag (18. März 2021) entschieden, ob der Astrazeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus weiter verwendet werden soll. Sein Gebrauch war in Deutschland und anderen Ländern nach einigen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen ausgesetzt worden. Forscher haben bereits einen Auslöser für ein erhöhtes Thromboserisiko durch Corona entdeckt.

Update vom 18.03.21, 20.20 Uhr: Astrazeneca-Impfungen sollen wieder aufgenommen werden 

Die zunächst ausgesetzten Corona-Impfungen mit dem Präparat von Astrazeneca sollen in Deutschland wieder aufgenommen werden - aber mit einem neuen Warnhinweis. Ziel sei, dass an diesem Freitag wieder mit dem Spritzen des Wirkstoffs begonnen werden könne, teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag nach einem entsprechenden Votum der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) und Beratungen mit den Ländern mit. 

Zusammenfassung vom 18.03.2021, 17.30 Uhr: EMA hält an Astrazeneca fest

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Sicherheit des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca bekräftigt. Allerdings werde eine extra Warnung hinzugefügt vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen. Das teilte die EMA am Donnerstag in Amsterdam nach einer Sondersitzung des Sicherheitsausschusses mit.

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Die EMA sieht aber keine erhöhten Gesundheitsgefahren und empfiehlt die Fortsetzung der Impfungen. «Der Impfstoff ist sicher und effektiv gegen Covid-19 und die Vorteile sind wesentlich größer als die Risiken», sagte EMA-Chefin Emer Cooke.

Deutschland und andere EU-Länder hatten die Nutzung des Impfstoffs vorerst gestoppt. Hintergrund waren Meldungen zu den Blutgerinnseln in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen. Durch das Aussetzen der Impfungen waren in den Ländern die Impfkampagnen in Verzug geraten.

Die EMA bekräftigte, dass es keine Hinweise darauf gebe, dass die Impfungen die Vorfälle verursacht hätten. Dennoch sei es nicht ausgeschlossen. Daher würden die Prüfungen und Studien auch fortgesetzt.

Experten der EMA hatten alle Daten der Fälle gemeinsam mit dem Hersteller des Impfstoffes, Experten für Bluterkrankungen sowie Gesundheitsbehörden geprüft. Am Mittwoch hatte bereits die Weltgesundheitsorganisation WHO für die weitere Nutzung des Impfstoffes plädiert.

Update vom 18.03.2021, 17.00 Uhr: EMA-Entscheidung zu Astrazeneca - Jetzt live

Bund und Länder erwarten mit Spannung die Entscheidung der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Gegen 17.00 Uhr soll die Entscheidung fallen und bei einer Pressekonferenz in Amsterdamm verkündet werden. Alle Informationen erhalten Sie im Live-Ticker: 

++ 17.14 Uhr: Impflinge sollen sich bei dem Risiko im klaren sein - in Packungsbeilagen nun Warnhinweise hinzugefügt

++ 17.13 Uhr: Thrombosen "seltene Fälle"

++ 17.11 Uhr: Das Vakzin erhöht das Thromboserisiko nicht - insgesamt reduziert es sogar das Risiko von Blutgerinnseln

++ 17.11 Uhr: Folgende Schlussfolgerung wurde gezogen: "Astrazeneca ist sicher und dient der Pandemie-Bekämpfung, der Impfstoff hat mehr Nutzen, als Risiken, es gibt keine Hinweise auf Qualitätsmängel"

++ 17.10 Uhr: Mrs. Dr. Straus übernimmt das Wort

++ 17.10 Uhr: Bürger in ganz Europa sollen informiert sein

++ 17.09 Uhr: "Die Schlussfolgerung von heute hilft uns dabei, diese Pandemie weiterhin zu bekämpfen"

++ 17.09 Uhr: "Wir prüfen weiterhin, ob es Zusammenhänge mit Astrazenca gibt"

++ 17.08 Uhr: "Wenn man Millionen von Menschen impft, ist es unvermeidlich, dass schwere Nebenwirkungen auftauchen"

++ 17.07 Uhr: "Tausende Menschen in der EU sterben jeden Tag (aufgrund des Coronavirus). Deshalb ist es wichtig, dass wir schnell prüfen (den Wirkstoff)"

++ 17.06 Uhr: "Zahlreiche Menschen wurden mit Astrazeneca geimpft. Wir beobachten alle Nebenwirkungen und schauen, ob wir weitere Risiken auflisten müssen."

++ 17.06 Uhr: "Wir müssen weiter gezielte Untersuchungen durchführen"

++ 17.05 Uhr: "Können immer noch nicht definitv ausschließen, dass Astrazeneca nichts mit Thrombosen zu tun hat"

++ 17.05 Uhr: Mrs. Emer Cooke übernimmt das Wort: "Nutzen von Astrazeneca größer als Risiko"

++ 17.05 Uhr: Thrombose-Fälle nach Astrazeneca-Impfung wurden geprüft

++ 17.02 Uhr: Vorstellung aller Teilnehmer der Pressekonferenz

++ 17.01 Uhr: Die Pressekonferenz beginnt

Zusammenfassung der Pressekonferenz vom 18.03.2021, 16.00 Uhr: "Muss man nicht verstehen"

Die Bundesländer fordern eine rasche Ausweitung der Impfstoffproduktion in Deutschland und machen sich für einen Exportstopp für solche Vakzine gegen Corona aus der EU stark. "Ich bin sehr dafür, über einen Exportstopp nachzudenken", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Video-Schalte der Länderchefs.

Niemand verstehe, dass in der EU nicht genug Impfstoff da sei, aber Vakzine aus Europa überall hin exportiert würden. Söder verwies auf wieder steigende Corona-Zahlen in Deutschland. "Wir müssen aufpassen, dass aus der dritten Welle keine Dauerwelle wird."

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte, ein Ausbau der Produktionskapazitäten für Impfstoffe hierzulande sei wichtig, weil das Impfen der entscheidende Hebel gegen Corona sei. Und niemand wisse, ob in Zukunft nicht weitere Pandemien drohten, auf die Deutschland besser vorbereitet sein müsse.

"Ob das ein Exportstopp sein muss von heute auf morgen, das weiß ich nicht", so Müller, der Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist. Es gebe Verträge. "Aber es wird im Moment exportiert in Länder mit eigenen Produktionskapazitäten, die beim Impfen weiter sind als wir. Das muss man nicht verstehen."

Update vom 18.03.2021, 14.30 Uhr: Söder berichtet über Beratungen zu Astrazeneca, Corona-Zahlen und Vorgehen - Jetzt live

Die Bundesregierung bereitet sich auf die mit Spannung erwartete Einschätzung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) zum Corona-Impfstopp von Astrazeneca vor. An diesem Donnerstag wollte die EU-Behörde bekannt geben, ob sie weiter an dem Präparat festhält. Die EMA-Experten stellten das Vakzin auf den Prüfstand, nachdem Deutschland und andere Länder die Impfungen damit wegen mehrerer Thrombosefälle ausgesetzt hatten. In Deutschland gibt es inzwischen 13 gemeldete Fälle solcher Blutgerinnsel in Hirnvenen in zeitlichem Zusammenhang zu Impfungen, wie das Bundesgesundheitsministerium in Berlin mitteilte.

Gegen 14.30 Uhr ist geplant, dass in diesem Zusammenhang Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und der regierenden Bürgermeister von Berlin und Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Michael Müller, vor die Presse treten und über die Beratungen der Video-Schalte der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten gemeinsam mit der Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen, berichten. 

++ 15.17 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet

++ 15.14 Uhr: Michael Müller: Erfahrungen sammeln durch Pilotprojekte 

++ 15.12 Uhr: Söder: "Durch Immunisieren (durch Impfung) vorankommen, wo Lockern sonst nicht möglich ist"

++ 15.11 Uhr: Söder: "Müssen auch Jüngeren Impfung anbieten"

++ 15.10 Uhr: Söder: "Ich wäre froh, wenn weiterhin mit Astrazeneca geimpft werden könnte." - allerdings Vertrauensproblem in Impfstoff

++ 15.09 Uhr: Michael Müller: "Sind so weit, dass man morgen wieder mit Astrazeneca weiter impfen könnte."

++ 15.07 Uhr: Michael Müller: "Die Öffnungen sind vom Testen und Impfen abhängig."

++ 15.06 Uhr: Michael Müller: "Wichtig war heute (bei den Beratungen), dass wir es für die Zukunft besser organisieren. Jetzt muss es darum gehen, wie können wir in die Impf-Strategie weitere Impfstoffe mit einbeziehen."

++ 15.05 Uhr: Söder: "Wir stehen aktuell auf einem Sprungbrett zum exponentiellen Wachstum der Corona-Zahlen"

++ 15.05 Uhr: Söder möchte bei Inzidenzen aus flexibler Notbremse eine "harte Notbremse" machen

++ 15.04 Uhr: Söder zum Export-Stopp von Impfstoff: "Das ist kein Impf-Nationalismus"

++ 15.03 Uhr: Michael Müller: "In der Situation, in der wir sind, müssen wir sehen, dass wir vorankommen."

++ 15.03 Uhr: Söder zu Sputnik V: "Chance nicht verpassen"

++ 15.02 Uhr: Söder zu Sputnik V ist "ein teils besser Impfstoff, als bisher zugelassene"

++ 15.01 Uhr: Michael Müller zum russischen Impfstoff: "Wir brauchen jeden Impfstoff, den wir kriegen können."

++ 15.00 Uhr: Laut Söder ist das Impfen der Weg aus der Pandemie.

++ 14.59 Uhr: Söder: "Wir sollten viel stärker über Test-Pflichten nachdenken."

++ 14.57 Uhr: Söder: "Die Gefahr ist eindeutig. Wir müssen sehen, dass wir aus der dritten Welle keine "Dauerwelle" machen!" 

++ 14.50 Uhr: Söder: "Man muss Hausärzten die Möglichkeit geben, zu Impfen - gerade bei Astrazeneca. Da sind Hausärzte die beste Möglichkeit. Sie können empfehlen und nachsorgen. Außerdem müssen wir Betriebsärzte mobilisieren. Gerade sie haben die Möglichkeit ganze Unternehmen zu impfen."

++ Söder beginnt die Pressekonferenz

Erstmeldung vom 18.03.2021, 10.20 Uhr: Hausärzte fordern, Astrazeneca rasch in Praxen zu verabreichen

Wie es nach der Bewertung durch die EMA weiter geht, wollen Bund und Länder am Freitag (19. März 2021) bei einem "Impfgipfel" beraten.

Im Fall der Aufhebung des Impfstopps für das Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers fordern Hausärzte, das Mittel rasch in ihren Praxen zu verabreichen. "Auch wenn sich zeigt, dass der Impfstoff für die meisten unbedenklich ist, wird es leider nicht gerade leicht werden, das Vertrauen wieder aufzubauen", sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dies wird eines enormen Vertrauensverhältnisses zwischen Arzt und Patient bedürfen." Im Impfzentrum werde das nicht möglich sein.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf geeinigt, Mitte April mit dem Impfen in Praxen zu starten. Endgültige Beschlüsse sollen am Freitag gefasst werden.

Astrazeneca-Stopp zeigt: "Unser System funktioniert"

Gesundheitsminister Jens Spahn war für seine Entscheidung, die Impfung mit Astrazeneca auszusetzen, zunächst heftig kritisiert worden. Zuletzt regte sich von vielen Seiten aber auch Unterstützung für den CDU-Politiker. Spahn habe keine andere Möglichkeit gehabt, als den Empfehlungen des Paul-Ehrlich-Instituts zu folgen, sagte CDU-Chef Armin Laschet am Mittwochabend in der ARD. Das für die Impfstoff-Sicherheit zuständige Institut hatte wegen möglicher Gesundheitsrisiken dazu geraten, Impfungen mit dem Astrazeneca-Stoff auszusetzen. Der Bundesvorsitzende des Virchowbundes der niedergelassenen Ärzte, Dirk Heinrich, sagte der "Berliner Zeitung": "Der Stopp zeigt, dass unser System funktioniert."

Der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein, Frank Bergmann, hält künftig auch eine eingeschränkte Zulassung für den Astrazeneca-Impfstoff für möglich. "Die Experten prüfen, ob es einen Zusammenhang zwischen Einnahme von Verhütungsmitteln, Rauchen und Impfen gibt. Möglicherweise haben sich hier Risiken potenziert. Dann könnte es vielleicht eine Zulassung mit Einschränkungen geben - etwa nur für bestimmte Altersgruppen oder beispielsweise ohne gleichzeitige Nutzung der Pille", sagte Bergmann der «Rheinischen Post» (Donnerstag).

Vom "Impfgipfel" fordert er Klarheit: "Ich hoffe auf klare Ansagen, wie es mit Astrazeneca weitergeht. Zudem hoffe ich auf klare Ansagen der Politik zum Osterurlaub. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man angesichts der steigenden Infektionszahlen in den Flieger nach Mallorca steigen kann." Auch in weitere Länder kann man derzeit reisen und Urlaub machen, viele Touristen haben Reisen auf Kreuzfahrtschiffen für die Osterferien gebucht.

Appell für die Osterferien "Bleibt zu Hause"

Auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) reagierte verärgert auf die Streichung Mallorcas von der Liste der Corona-Risikogebiete. "Wir haben durch die Virusmutationen eine richtig schwierige Situation. Da müssen wir doch nicht sehenden Auges weitere Risiken eingehen", sagte der SPD-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Die Streichung von der Risikoliste erfolgt aktuell automatisch, wenn die Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen unter 50 sinken. "Liebe Leute, bleibt zu Hause", lautet der Appell des Regierungschefs mit Blick auf die nahenden Osterferien.

Ähnlich äußerte sich seine Amtskollegin aus Rheinland-Pfalz. Malu Dreyer (SPD) sagte der "Welt": "Ich will lieber, dass die Menschen bei uns Wandern und mit Abstand und Hygiene in ein Gartenlokal gehen können, statt für die Osterferien nach Mallorca zu fliegen und uns möglicherweise Infektionen einzuschleppen." Sie plädierte für Modellregionen, in denen stärker ausprobiert werden solle, welche Möglichkeiten es zusätzlich gibt. "Wir werden die Gesellschaft nicht für weitere Monate in ihre vier Wände verbannen können."

Innenminister Horst Seehofer forderte eine Vereinfachung der Maßnahmen. "Die Regelungen sind mittlerweile zum Teil recht kompliziert geworden und nicht immer logisch", sagte der CSU-Politiker dem "Münchner Merkur". "Die Leute verstehen nicht, wenn der Blumenladen schließen muss, aber der Supermarkt nebenan Blumen verkaufen darf."

"Impfgipfel" wird nachgeholt: Bund und Länder kommen am Freitag zusammen

Nach ihrem "Impfgipfel" am Freitag kommen die Spitzen von Bund und Ländern am Montag (22. März 2021) wieder zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Pandemie zu beraten.

 

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