Den Onlineshop für Elektronikartikel "AO World" wird es in Deutschland bald nicht mehr geben. Das Unternehmen aus Großbritannien hat bekannt gegeben, dass es sich aus dem deutschen Markt zurückzieht. Schon im Januar 2022 wurde die Überprüfung des Geschäfts in Deutschland angekündigt - das Urteil fiel eindeutig aus.

Seit dem Start des Elektronik-Shops im Jahr 2014 bliebt der Erfolg aus. Das sei gleich mehreren Problemen geschuldet. Die Wettbewerbslandschaft sei "intensiver" geworden, da die Kunden wieder weniger online einkaufen, als noch in Corona-Zeiten. Dazu seien ein "erheblicher Kostenanstieg" für Online-Marketing und Einschränkungen in der Lieferkette gekommen. AO World kam letztlich zu dem Schluss, dass es die beste Lösung sei, nicht mehr in Deutschland zu verkaufen.

Elektronikhändler AO World stellt Geschäft in Deutschland ein

Wie geht es nun weiter? "Der Geschäftsbetrieb wird für eine kurze Zeit weitergeführt, um eine strukturierte und geordnete Schließung für Kunden, Lieferanten und Mitarbeiter zu ermöglichen", so das Unternehmen.

Künftig wird sich der Elektronikhändler auf den Heimatmarkt fokussieren. Dort zähle der Onlineshop zu den Marktführern und man wolle den Gewinn optimieren. Zunächst wird die Schließung das Unternehmen aber kosten: bis zu 15 Millionen Pfund, umgerechnet mehr als 17 Millionen Euro.

Zuvor machte der deutsche Ableger von AO World etwa zehn Prozent des Gesamtumsatzes aus. Im Geschäftsjahr 2020/21 lag dieser bei fast zwei Milliarden Euro, rund 265 Millionen Euro entfielen auf den deutschen Markt.

Neben Deutschland verkaufte AO World seine Kühlschränke, Waschmaschinen und Co. ehemals auch in den Niederlanden. Dort wurde das Geschäft bereits 2019 eingestellt. Auch in Deutschland mussten zuletzt mehrere Elektronikfachmärkte dicht machen, unter anderem in Nürnberg und in Lauf.