Weil sie bundesweit Drohschreiben verschickt und einen Brandanschlag begangen haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart Anklage gegen einen Mann und eine Frau erhoben.

Die beiden jeweils 39-Jährigen würden wegen des Verdachts der versuchten Nötigung und der versuchten Brandstiftung angeklagt, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Stuttgart mit.

Die Drohschreiben gingen demnach in fünf Wellen zwischen Dezember 2019 und Oktober 2020 an Politiker, Behörden, Ministerien und Verkehrsverbünde im ganzen Bundesgebiet. Unter Androhung von Gewalt hätten die Beschuldigten die Empfänger aufgefordert, vorgebliche Missstände zu beseitigen. Den Briefen sollen zur Untermauerung ihrer Forderungen Platzpatronen, Streichhölzer oder Messer beigelegen haben.

Im August 2020 sollen die Beschuldigten zudem einen Brandanschlag auf ein Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verübt haben. Der Brandsatz habe aber nicht so gezündet, wie von den Beschuldigten beabsichtigt, hieß es. So sei eine «erhebliche Brandwirkung» verhindert worden. Ebenfalls im August 2020 sollen sie am Privathaus eines Unternehmers in Nordrhein-Westfalen einen Brandanschlag geplant haben. Dabei sollen sie einen Brandsatz an einem Privatanwesen abgelegt, diesen aber nicht gezündet haben, da sie nicht bis zum Wohnhaus gelangt seien.

Die Bekennerschreiben der Beschuldigten sollen mit «MIlitantE ZellE (MIEZE) - vereint im Kollektiv der Revolutionären Aktionszellen (RAZ)» unterzeichnet gewesen sein. Die Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft. Sie waren im Oktober 2020 festgenommen worden.

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