Düsseldorf
Falschparker

Parkhaus-Betreiber sauer: Wer zwei Plätze zum Parken braucht, soll auch doppelt zahlen

Ein Parkhaus-Betreiber in Düsseldorf hat genug von Falschparkern. Wer künftig in dem Parkhaus zwei Stellplätze zuparkt, soll gefälligst auch für beide Plätze bezahlen.
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Wer mit seinem Auto auf zwei Stellplätzen parkt, soll in einem Parkhaus in Düsseldorf auch für zwei Stellplätze zahlen. Symbolfoto: Hans/pixabay.com
Wer mit seinem Auto auf zwei Stellplätzen parkt, soll in einem Parkhaus in Düsseldorf auch für zwei Stellplätze zahlen. Symbolfoto: Hans/pixabay.com

Besondere Probleme erfordern besondere Maßnahmen, dachte sich wohl der Betreiber eines großen Parkhauses in der Innenstadt von Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen). In dem Parkhaus lässt sich nämlich ein Phänomen beobachten, wie es aktuell in zahlreichen Parkhäusern der Republik auftaucht: Falschparker, die mit ihrem Auto zwei statt einem Stellplatz belegen.

Falschparker sollen doppelt zahlen

Ein echtes Ärgernis für den langjährigen Parkhaus-Mitarbeiter Giovanni Carnella. "Das regt mich wirklich auf. Besonders, wenn das Parkhaus ohnehin schon voll ist und jede freie Lücke benötigt wird", sagt Carnella gegenüber rp-online. Um das Problem zu lösen oder Autofahrer zumindest zum Umdenken zu bewegen, wurde am Parkhaus-Eingang, direkt neben dem Parkticket-Automaten, jetzt ein Hinweisschild angebracht. Die Zeichnung darauf ist eindeutig - und als Warnung zu verstehen: Wer künftig mit seinem Auto gleich zwei Stellplätze blockiert, dem werden beim nächsten Mal auch zwei Stellplätze in Rechnung gestellt. Sprich: Der Falschfahrer muss doppelt zahlen. Wer es richtig macht, braucht sich dagegen nicht zu ärgern, verspricht das Hinweisschild.

Zu dem Schritt entschloss sich Carnella laut dem Bericht auch, weil die meisten Falschparker uneinsichtig seien, wenn er sie darauf anspreche. Er werde häufig beschimpft, müsse sogar manchmal aufpassen, nicht körperlich angegangen zu werden. "Die stellen sich mit ihren großen Autos ja auch ganz ungeniert auf Familienparkplätze, selbst wenn eine Mutter mit ihrem Kind daneben steht und was dagegen sagt. Diese Leute haben kein Benehmen", schäumt Carnella, der sich wünscht, dass solche Leute härter betraft werden.

 

Vielen Parkhaus-Betreibern dürfte das beschriebene Problem der Falschparker bekannt vorkommen, denn während die Autos in den vergangenen 20 Jahren immer größer und breiter geworden sind, bleiben die Stellplätze in Parkhäusern wie sie sind. So wuchs die Breite der Neuwagen seit dem Jahr 1990 im Durchschnitt um 12,3 Zentimeter auf inzwischen knapp über 1,80 Meter. Die Bemessung eines Einstellplatzes orientiert sich dagegen seit Jahrzehnten ander Breite eines VW Käfer. Ein Universitätsprofessor forderte deshalb schon im vergangenen Jahr höhere Parkgebühren für größere Autos.

Doch auch die Betreiber geraten inzwischen häufiger in die Kritik, denn die könnten schließlich die Parkbuchten anpassen, also verbreitern. Allerdings hätte das für sie wirtschaftliche Nachteile. Schließlich bedeuten breitere Parkbuchten auch insgesamt weniger Parkplätze.

Park-Verband: Eine Patentlösung gibt es nicht

Ein Mittelweg wäre das Anbieten von XXL-Parkbuchten, also einer gewissen Anzahl an Stellplätzen für größere Fahrzeuge - die aber auch mehr kosten würden. Solch eine Lösung gibt es laut Bundesverband Parken etwa in einem Parkhaus in Bonn. Wobei man beim Bundesverband auch die Warnschilder a la Düsseldorf gut findet. "Falschparken ist ein großes Thema bei uns. Eine Patentlösung für das Problem konnten wir aber noch nicht finden", sagt Geschäftsführerin Elisabeth Herles rp-online.

 



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