• Virologe Drosten erklärt, warum Corona-Schnelltests nicht so zuverlässig sind, wie es oft dargestellt wird
  • Dabei kritisiert er auch die Politik, die falsche Sicherheit suggerieren würde
  • Dennoch seien Schnelltests unverzichtbar im Kampf gegen COVID-19

Schnelltests sind lange nicht so sicher, wie man vielleicht annimmt. Das sagt zumindest Christian Drosten in seinem Podcast beim NDR. Der Chef-Virologe der Berliner Charité spricht in der neusten Folge des Corona-Podcasts über Antigen-Schnelltests und deren Zuverlässigkeit. 

Drosten über Corona-Schnelltests: Nur an fünf von acht Tagen zuverlässig

Im Gegensatz zu PCR-Tests sind Schnelltests deutlich weniger zuverlässig. Laut Drosten zeigen die neusten Erkenntnisse, dass die Tests erst kurz nach Symptom-Beginn anschlagen würden. Somit gibt es eine Phase von etwa drei Tagen, in der eine an Corona erkrankte Person schon symptomlos ansteckend ist, bei der ein Schnelltest allerdings ein negatives Ergebnis zeigen würde: "Die Schnelltests schlagen erst an Tag eins nach Symptom-Beginn an, da ist man aber schon drei Tage lang infektiös. Wenn man davon ausgeht, dass eine infizierte Person in der Regel acht Tage lang ansteckend ist, heißt das: An fünf von acht Tagen entdecke ich mit dem Antigentest eine Infektion, an drei Tagen werde ich sie übersehen", so Drosten.

Ein Corona-Schnelltest ist also nur an fünf von acht Tagen zuverlässig. Das würde eine Testsicherheit von etwa 62 Prozent bedeuten. PCR-Test sind hingegen wesentlich zuverlässiger, da diese bereits am ersten ansteckenden Tag reagieren. 

In vielen Köpfen formen sich Corona-Schnelltests zur Zugangskarte für den Einzelhandel, die Gastronomie und weitere Freizeitaktivitäten. Laut Drosten sei das der falsche Weg. Es wäre ein schwerer Fehler sich bei Restaurants und öffentliche Veranstaltungen ausschließlich auf Schnelltests zu verlassen: "Es ist nicht so simpel, wie es in der Politik dargestellt wird - nach dem Motto: Jetzt kann alles öffnen, weil wir ja die Schnelltests haben."

Politik suggeriert falsche Sicherheit: "Es ist nicht so simpel"

Die Hauptproblematik bestünde darin, dass "zwischen 40 und 60 Prozent" der Infektionen bei einer Schnelltestung übersehen werden würden, erklärt Drosten in seinem Podcast. Trotzdem zeigt sich der Virologe als großer Verfechter der schnellen Corona-Tests. "Ich finde es ganz besonders wichtig, dass überhaupt eine Testung vorgeschrieben wird", sagte Drosten. Besonders in Schulen seien diese sehr sinnvoll.

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Aktuell wird in Bildungseinrichtungen zweimal pro Woche getestet. Spätestens beim zweiten Test sei gesichert, dass ein infektiöses Kind auch als solches erkannt wird. "Selbst wenn bei einer Testung nicht alle Infektionen entdeckt werden, bei der nächsten Testung nach zwei oder drei Tagen werden die Infektionen dann nachgewiesen. In Clustern ist solch ein geringer zeitverzögerter Effekt kein Problem", erklärt Drosten. Auch mit einer gewissen Unzuverlässigkeit sind Corona-Schnelltests eines der wichtigsten Werkzeuge zur Eindämmung von SARS-CoV-2, und essenziell zur Pandemiebekämpfung: "Wir brauchen diese Schnelltests unbedingt", beton der Virologe der Berliner Charité.

Die aktuellsten Zahlen und Beschlüsse finden Sie in unserem Corona-Ticker.

aa

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