Der Präfekt der mächtigen Glaubenskongregation rückte damit in den hohen Kreis der engen Berater des Papstes auf.

Zu dem Konsistorium genannten Kardinalstreffen war völlig überraschend auch der vor einem Jahr zurückgetretene Benedikt erschienen, eingeladen von seinem Nachfolger. Franziskus umarmte Benedikt, der erstmals wieder öffentlich auftrat und bei der Begrüßung demütig und gebeugt sein weißes Scheitelkäppchen abnahm. Im Dom kam Beifall für Joseph Ratzinger (86) auf, der zurückgezogen im Vatikan lebt. Franziskus verabschiedete ihn mit einem Händedruck.

Franziskus setzte in dem Konsistorium Müller das rote Birett auf, übergab ihm den Kardinalsring und machte ihn traditionsgemäß zum Schirmherrn einer Titelkirche in Rom. Er leitete erstmals als Papst diese Vollversammlung der Kardinäle. Mit Müller gibt es jetzt zehn deutsche Kardinäle in dem Beratergremium, das bei einer Papstwahl abstimmt. Die Deutsche Bischofskonferenz gratulierte Müller zu der Auszeichnung. Seine herzliche Art und klare Position seien bekannt.