Berlin
Lied der Deutschen

Deutsche Nationalhymne: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow will neue Hymne

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, spricht sich für eine neue deutsche Nationalhymne aus. Mit dem Lied der Deutschen könne er sich nicht identifizieren. Laut Ramelow geht es vielen Ostdeutschen ähnlich.
Artikel drucken Artikel einbetten
Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft singen die deutsche Nationalhymne. Thüringens Ministerpräsident Bobo Ramelow spricht sich für eine neue Hymne aus. Foto: Rene Tillmann/dpa
Fans der deutschen Fußball-Nationalmannschaft singen die deutsche Nationalhymne. Thüringens Ministerpräsident Bobo Ramelow spricht sich für eine neue Hymne aus. Foto: Rene Tillmann/dpa

Brauchen wir eine neue Nationalhymne? Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) jedenfalls hat sich dafür ausgesprochen. Der Grund: Die umstrittene Vergangenheit des "Lieds der Deutschen" von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben.

Ramelow will neue Nationalhymne: "Kann die Naziaufmärsche nicht ausblenden"

"Ich singe die dritte Strophe unserer Nationalhymne mit, aber ich kann das Bild der Naziaufmärsche von 1933 bis 1945 nicht ausblenden", sagte der Ramelow der "Rheinischen Post" .

Die Nationalhymne, wie wir sie in Deutschland derzeit kennen, ist nur die dritte Strophe des "Lieds der Deutschen" ("Einigkeit und Recht und Freiheit"), die Nazis ließen von dem Lied allerdings nur die erste Strophe singen ("Deutschland, Deutschland über alles").

Viele Ostdeutsche singen die Hymne nicht mit

Auch 30 Jahre nach dem Mauerfall würden viele Ostdeutsche die Hymne nicht mitsingen, sagte Ramelow der Rheinischen Post weiter. "Ich würde mir wünschen, dass wir eine wirklich gemeinsame Nationalhymne hätten. Bisher hat dieser Wunsch leider immer nur für empörte Aufregung gesorgt."

 

Ramelow wünscht sich in Sachen Nationalhymne einen neuen Anlauf. Er plädierte für einen neuen Text, "der so eingängig ist, dass sich alle damit identifizieren können und sagen: Das ist meins".

Auf die Frage, was Ramelow gerne aus der DDR bewahrt hätte, antwortete der Linke-Politiker: "Das längere gemeinsame Lernen". Es fördere soziales Verhalten. "Wenn wir in der digitalisierten und beschleunigten Welt die soziale Kompetenz nicht stärken, werden wir uns noch schwer wundern."