• Wetterexperten sagen kältesten Winter seit Langem voraus
  • Stürmische Winde, Eis und Schnee befürchtet
  • Temperaturen hängen von bestimmtem Polarwirbel ab
  • Klimawandel hat Auswirkungen auf Winterwetter

Dieser Winter könnte ungewöhnlich kalt werden: Obwohl der Herbst noch nicht vorüber ist, entwickeln Wetterexperten anhand von Langzeitmodellen schon jetzt Prognosen für den Winter 2021/22. Sollten sich diese bewahrheiten, müssen wir uns nicht nur auf kalte, sondern auf eisige Wintermonate einstellen. Dafür erhöhen sich die Chancen, endlich wieder weiße Weihnachten feiern zu können.

Nach warmen Wintern kommt Kältewelle

Aus meteorlogischer Sicht beginnt der Winter am 1. Dezember und dauert bis zum 28. Februar des nächsten Jahres. Während die vergangenen Winter in Deutschland durchschnittlich um 1,6 Grad „zu warm“ waren, könnte nun der Kälteschock folgen. „Normale Monate, die nicht zu kalt und nicht zu warm waren, gab es schon lange nicht mehr“, sagt Meteorologe Dominik Jung vom Portal Wetter.net. 

Laut Einschätzungen des amerikanischen Wetterdienstes „NOAA“ könnte der anstehende Winter der kälteste seit zehn Jahren werden. Die Experten sagen sogar einen „Eiswinter mit Schneemassen“ voraus. Wie die winterlichen Temperaturen jedes Jahr aufs Neue ausfallen, hängt von einem Polarwirbel über dem Nordpol ab, der bereits im Herbst entsteht.

Solange der Wirbel intakt ist, ziehen warme und nasse Westwinde über Europa. In höheren Lagen schneit es, in tieferen Lagen bleibt Schneematsch übrig. Kommt es aber zu einer Störung des Wirbels, erreichen uns die Winde aus östlicher Richtung und mit ihnen kalte Luft. Auch sibirische Kältewellen können dann die Folge sein. Diese Drehung der Winde wird als „Berliner Phänomen“ bezeichnet.

Polarwirbel sorgt für Stürme in Europa

Genau das ist aktuell in bzw. über Kanada der Fall: Da der Polarwirbel in diesem Jahr relativ schwach ist, wurde er in Richtung Sibirien abgedrängt. Wird der Wirbel bereits so früh im Herbst gestört, ist ein „Zurückschnappen“ im November wahrscheinlich. Das bedeutet, dass sich der Polarwirbel nach der Störung für kurze Zeit wieder verstärkt und stürmische Winde mit sich bringt.

Wetterexperten rechnen aber damit, dass der Polarwirbel nach rund acht Wochen wieder gestört werden könnte, da er in diesem Jahr besonders anfällig ist. Zerfällt er im Extremfall sogar für einige Tage, droht ein starker Wintereinbruch – auch in Europa. Während der November noch relativ mild bleiben dürfte, wird es dafür im Dezember und Januar umso kälter. Die Instabilität des Wirbels hängt auch mit dem Klimawandel und der schnellen Erwärmung der Arktis zusammen. Dadurch drohen vermehrt Wetterextreme wie Starkregen, Stürme und massiver Schneefall.

Meteorologe Dominik Jung ist von der extremen NOAA-Prognose überrascht: Da der diesjährige Herbst bisher vollkommen normal temperiert war, trifft der Wetterexperte auch für das kommende Winterwetter eine weniger strenge Prognose. Da es aber im Dezember und Januar in Deutschland im Vergleich zum Klimamittel erstmals „nur“ 0,5 bis 1 Grad zu warm werden könnte, werden viele den anstehenden Winter dennoch als eiskalt empfinden.

„Erstmals seit Jahren liegen die Temperaturen in der Langzeitprognose von NOAA nicht über dem Klimamittel“, erklärt Jung. Die meisten seien diesen „normalen Durchschnittswinter“ aber nicht mehr gewohnt. Da die amerikanischen Forscher zwischen Dezember 2021 und Februar 2022 wenig Regen vorhersagen, sei ein „Eiswinter“ mit viel Schnee wahrscheinlich.

Mehr Winter-Themen: Gesunde Ernährung im Herbst und Winter - Diese 11 Lebensmittel solltest du vermeiden