Die Zahl der Stammwähler nimmt von Wahl zu Wahl ab. Viele Menschen entscheiden sich relativ spontan für das Kreuz, das sie auf dem Wahlzettel machen. Im Vorfeld hilft vielen der sogenannte Wahl-O-Mat - ein Instrument, das die persönlichen Ansichten mit den Inhalten der Parteiprogramme abgleicht und anschließend die Übereinstimmungsrate aufzeigt. 

Für die anstehenden Bundestagswahlen steht den Wählern nun eine neue Entscheidungshilfe zur Verfügung: "DeinWal" ist ebenfalls kostenlos, geht aber nicht wie der Wahl-O-Mat auf die Angaben in den Parteiprogrammen ein, sondern nimmt die Abstimmungshistorie der Parteien als Grundlage. Die Plattform zeigt also das tatsächliche Votum der jeweiligen Partei innerhalb der vergangenen Legislaturperiode. Dieses gleicht das Tool dann mit dem  Abstimmungsergebnis ab, das der Nutzer im Vorfeld, per Daumen hoch oder runter, gemacht hat.

Großer Vorteil: Reale Entscheidungen als Grundlage

Der große Vorteil gegenüber dem Wahl-O-Mat soll also darin liegen, dass die eigene Position nicht mit Versprechen aus den Parteiprogrammen, sondern mit realen Entscheidungen aus dem Bundestag verglichen wird.

Hinter dem Projekt stehen nach Angaben der "waz" die Politik-Studentin Sophie Flack, der IT-Ingenieur Martin Scharm sowie Tom Theile, der am Max-Planck-Institut für demographische Forschung als Softwareentwickler arbeitet. Sie haben es in ihrer Freizeit entwickelt und aus den über 200 Bundestagsentscheidungen der vergangenen vier Jahre 25 Fragestellungen herausgepickt. "Wir haben versucht alle Thesen und Fragen so objektiv wie möglich darzustellen", schreiben die drei auf ihrer Website.  Bei ihren Formulierungen haben sie sich deshalb an der Wortwahl der originalen Anträge orientiert und sie mit der Berichterstattung und den gehaltenen Reden abgeglichen.

Nach Angaben der Betreiber ist die neue Wahlhilfe zudem sehr sicher: Tracking-Dienste wie etwa Google-Analytics kommen nicht zum Einsatz. So bleiben die Nutzerantworten geheim und ihr persönliches Wahlverhalten wird nicht durchleuchtet. Einen kleinen Haken hat "DeinWal" aber: Da es auf Bundestagsabstimmungen basiert, sind logischerweise nur die Parteien vertreten, die es über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft haben. Klein- und Kleinstparteien stehen also nicht zur Auswahl