Das Passfoto darf zukünftig nicht mehr physisch bei der Beantragung eines neuen Passes vorgelegt werden. Das hat die Bundesregierung mit einem neuen Gesetz beschlossen. Damit soll etwaigen Manipulationen bei der Beantragung eines Passes und anschließendem Übertreten der Grenze ein Riegel vorgeschoben werden. 

Zukünftig sind Fotostudios und Fotografen verpflichtet, Passfotos ausschließlich digital zu erstellen und an die zuständige Pass- beziehungsweise Personalausweisbehörde zu versenden. Geschehen soll das über eine „gesicherte Verbindung“. Als Alternative könne man das Passbild auch direkt in der Behörde und unter Aufsicht eines Mitarbeiters anfertigen lassen. Doch die bisherige Variante, wie dem Mitbringen von zuvor angefertigten Fotos ist nicht mehr möglich.

Passbilder nur noch digital: "Morphing" soll unterbunden werden

Dieser Schritt sei laut Angaben der Bundesregierung notwendig, um dem sogenannten „Morphing“ Herr zu werden. Beim „Morphing“ werden Lichtbilder von zwei unterschiedlichen Menschen mithilfe eines Computerprogramms zu einem Bild verschmolzen. Solche manipulierten Bilder werden von Computern dann für die beiden abgebildeten Personen gleichzeitig gehalten.

So könnte sich also eine zweite Person, die ihre Gesichtszüge mit dem des Antragsstellers verschmolzen hat, überall ausweisen, ohne dass ein Computer oder Mensch den Schwindel entdecken könnte. Dem soll mit der digitalen Lösung nun beizukommen sein.

Indes seit auch die Möglichkeit auf eine Berücksichtigung des dritten Geschlechts im  Ausweis möglich geworden. Fühle man sich weder als Mann noch als Frau, sei es möglich ein "X" in das Geschlechterfeld eintragen zu lassen. 

Digitale Reform soll internationale Fahndungen erleichtern

Auch Ermittlungen der Polizei sollen zukünftig einfacher werden. Aktuell könnten etwa deutsche Behörden nicht weiter ermitteln, wenn ihnen von ausländischen Ämtern lediglich die Seriennummer Ausweises genannt wird. Durch die Reform ist es Polizisten im Falle einer Fahndung nun erlaubt, die zu einer Seriennummer gespeicherten Daten bei der zuständigen Behörde einzuholen und so die weitere Ermittlung zu gewährleisten.