Hebertshausen
Ermittlungen

Drama in Aufzugsschacht: Jugendlicher schwebt nach "Spaß" in Lebensgefahr

Ein Jugendlicher wurde in Hebertshausen von anderen Jugendlichen in einem Aufzugsschacht eingesperrt. Der Betroffene konnte sich Anfang Mai nicht selbstständig aus seiner lebensbedrohlichen Lage befreien.
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Ein Jugendlicher kam bei einem Vorfall, bei dem er im Kreis Dachau  in einem Aufzugsschacht gesperrt wurde, nur knapp mit dem Leben davon. Symbolbild: Pixabay/Michael Gaida
Ein Jugendlicher kam bei einem Vorfall, bei dem er im Kreis Dachau in einem Aufzugsschacht gesperrt wurde, nur knapp mit dem Leben davon. Symbolbild: Pixabay/Michael Gaida

Seit Anfang des Jahres sollen Jugendliche an einer S-Bahn-Station in Hebertshausen (Landkreis Dachau) immer wieder mutwillig Menschen in einen Aufzug eingesperrt haben, wie die SZ berichtet. Beim dramatischsten Ereignis schwebte eine Person sogar in Lebensgefahr.

Opfer waren unter anderem drei ältere Frauen, eine davon mit Gehstock. Drei Vorfälle sind bisher bekannt, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

 

 

Auch Senioren unter den Opfern

Laut Feuerwehr ging man bei den ersten vier Einsätzen von einem zufälligen technischen Defekt aus. Auffällig war jedoch, dass die Feuerwehr bei ihren Rettungsaktionen immer wieder die selben Jugendlichen antraf. Aufmerksam wurden die Ermittler endgültig durch einen lebensgefährlichen Vorfall, bei dem ein 16-Jähriger aus Indersdorf Anfang Mai von ihm bekannten Jugendlichen im Aufzugschacht eingeschlossen wurde.

In Sonneberg verbreiteten andere Jugendliche bei einem anderen Vorfall ebenfalls Angst und Schrecken: Passanten riefen die Polizei nach einem Schusswechsel.

Nachdem dem Jugendlichen aus Markt Indersdorf beim aktuellen Geschehen das Handy auf den Schachtboden unter den Aufzug gefallen war, kletterte er über die Außentüre in den Schacht. Er hatte die Tür mit Hilfe der anderen Jugendlichen gewaltsam geöffnet.

Jugendlicher wird vorsätzlich eingesperrt

Während der 16-Jährige noch im Schacht war, ließen die Anderen den Lift jedoch wieder nach unten fahren. Nach Angaben der Behörden blieb dieser glücklicherweise rechtzeitig stehen - gerade mal 80 Zentimeter über dem Boden. Das Opfer war in gebückter Haltung unter dem Aufzug eingesperrt.

Erst nach mehreren Minuten ließ ein ebenfalls 16-Jähriger aus Pfaffenhofen an der Glonn den Aufzug wieder nach oben fahren. Als der Eingeschlossene versuchte, sich mit einer Leiter zu retten, drückte der 16-Jährige erneut den Knopf und der Lift fuhr erneut nach unten. Dabei verkeilte er sich mit der Leiter und ließ sich nicht mehr bewegen.

 

 

Rettung in letzter Minute

Schließlich alarmierten die Jugendlichen die Feuerwehr, die den Eingeschlossenen erst nach einer halben Stunde befreien konnte. Der 16-jährige hatte Glück und verletzte sich nur leicht am Finger.

Gegen einen 16-jährigen Jugendlichen aus Pfaffenhofen an der Glonn, der den Aufzug steuerte, wird nun wegen Freiheitsberaubung und Körperverletzung ermittelt.

Mindestens einer der Beteiligten war schon vorher an ähnlichen Vorfällen beteiligt, bei dem auch ihm fremde Menschen in den Aufzug gesperrt wurden. Die Polizei vermutet, dass dies mittels eines bestimmten Schlüssels und "zum Spaß" geschah.

Zeugen gesucht

Die Bundespolizeiinspektion München, die für die Bahn zuständig ist, verschickte eine Pressemitteilung, in der sie Zeugen und Geschädigte dazu aufruft, sich zu melden.