• Biontech und Pfizer wollen Zulassung für Corona-Impfstoff für Kinder beantragen
  • Studie mit 2268 zeigt: Impfstoff ist wirksam und sicher
  • Nebenwirkungen vergleichbar mit denen von Menschen zwischen 16 und 25 Jahren
  • Gesundheitsminister Spahn dämpft Euphorie

In Deutschland kann sich aktuell jede Person ab 12 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Geht es nach den Impfstoff-Herstellern von Biontech und Pfizer, soll sich das bald ändern und auch Kinder zwischen fünf und elf Jahren sollen sich gegen das Virus impfen lassen können. Wie Biontech am Montag (20. September 2021) in einer Pressemitteilung verkündet, wollen die beiden Unternehmen so schnell wie möglich eine Zulassung für den entsprechenden Impfstoff beantragen. In Studien hat sich dieser als wirksam und sicher erwiesen. 

Vielversprechende Studien-Ergebnisse: Biontech/Pfizer wollen Impfstoff für Kinder

"Seit Juli sind die Covid-19-Fälle bei Kindern in den Vereinigten Staaten um rund 240 Prozent gestiegen. Das unterstreicht den Bedarf für Impfungen im Gesundheitswesen. Diese Studienergebnisse sind eine starke Basis für die Zulassungsanfrage unseres Impfstoffs bei Kindern im Altern von fünf bis elf Jahren. Unser Plan ist es, sie so bald wie möglich bei der FDA (Food and Drug Administration) und weiteren Zulassungsbehörden einzureichen", erläutert Albert Bourla, Chariman und Chief Executive Officer von Pfizer, die Beweggründe für die Impfung bei Kindern. 

Für die Studie erhielten 2268 Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren im Abstand von 21 Tagen zwei Corona-Impfungen. Allerdings erhielten sie nur ein Drittel dessen, was Menschen ab 12 Jahren erhalten. Nach der Auswertung der Daten zeigte sich, dass "das Sicherheitsprofil und die Immunogenitätsdaten bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren, die mit einer niedrigeren Dosis geimpft wurden, mit denen übereinstimmen, die wir mit unserem Impfstoff in anderen älteren Bevölkerungsgruppen bei einer höheren Dosis beobachtet haben", erklärt Dr. Ugur Sahin, CEO und Mitbegründer von Biontech, in der Pressemitteilung. Einen Monat nach der zweiten Impfung wiesen die Kinder eine starke Immunantwort auf. Zu den Nebenwirkungen heißt es lediglich, dass diese mit denen bei Personen zwischen 16 und 25 Jahren vergleichbar sind.

Weiter erklärt er, dass Biontech und Pfizer die Daten aus den Phase 2- und Phase 3-Studien noch vor Beginn der Wintersaison an die jeweiligen Zulassungsbehörden geben wollen. Nicht nur die US-Arzneimittelbehörde FDA soll die Daten erhalten, sondern auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMA und weitere Zulassungsbehörden auf der Welt. Ende dieses Jahres wollen die Unternehmen zudem Daten für Kinder ab sechs Monaten bis zwei Jahren und von zwei bis fünf Jahren vorlegen. Kinder unter fünf Jahren erhielten einen Wirkstoff, der nochmals niedriger dosiert war. 

Corona-Impfstoff für Kinder: Gesundheitsminister Spahn dämpft Euphorie

Während die Wissenschaftler*innen euphorisch wirken, dämpft unterdessen Gesundheitsminister Jens Spahn diese Euphorie. Er erwartet, dass der Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren wohl erst im ersten Quartal 2022 zugelassen wird. Zudem könnte es weitere Verzögerungen geben, bis die Stiko eine Empfehlung für den Corona-Impfstoff für Kinder ausspricht.