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Berlin
Corona-Stipendium

Alltagshelden gesucht: Startup zahlt 500 Euro an Studenten, die in der Corona-Krise helfen

Ob Einkaufshelfer, Telefonseelsorger oder Spargelernter: Alltagshelden der Corona-Krise sollen nun mit Stipendien belohnt werden. Studenten erhalten 500 Euro pro Monat. Jeder kann sich bewerben. Was zählt, ist der Einsatz für Mitmenschen in der Corona-Krise.
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Hilfe für die Helfenden: Deutschlands größte Stipendienplattform bietet finanzielle Unterstützung für Studenten an, die sich in der Corona-Krise für ihre Mitmenschen engagieren. Symbolfoto: Anemone123/pixabay

Anderen helfen, einkaufen gehen für Senioren, Kinderbetreuung, Gesichtsmasken nähen: Diese Dinge haben sich viele junge Menschen in der Corona-Krise zur Aufgabe gemacht, damit das Leben weiter laufen kann. Damit sind auch sie kleine Helden in der Corona-Krise. Unter diesen Helden sind auch tausende Studenten, die sich tagtäglich für ihre Mitmenschen einsetzen. Das Social Startup myStipendium möchte diese Studenten mit einem Stipendium unterstützen. 

Viele dieser Studenten bekommen laut Mitteilung des Startups nicht die Anerkennung, die sie verdienen. Dennoch riskieren sie ihre Gesundheit, um anderen zu helfen und zur Verbesserung der Lebenssituation in der Corona-Krise beizutragen. myStipendium.de möchte deshalb mit einem neuen Programm kleine oder große Helden unterstützen. Ganz explizit sind auch Studenten gesucht, deren Einsatz bisher nicht so sichtbar ist und die deshalb nicht den Dank erhalten, der ihnen gebührt.

Von Konzerten bis zur Sterbebegleitung: Jedes Engagement zählt

Mira Maier, Gründerin und Geschäftsführerin von myStipenium.de erklärt: "Wir wollen dem großen Einsatz Anerkennung schenken. Das ist unser Beitrag zur Corona-Krise." Mit dem Stipendium soll finanzielle Freiheit geschaffen werden, die engagierten Studenten oft fehlt.

Das Alltagshelden-Stipendium sucht Studenten, die ihre Zeit, ihre Energie und ihre Gesundheit für ihre Mitmenschen geben. Unter den bisherigen Bewerbern befindet sich ein Musikstudent, der gegen die Einsamkeit Konzerte vor Seniorenheimen gibt. Unter den Alltagshelden sind auch Studenten, die die Sterbebegleitung von Covid-19-Patienten übernehmen oder die Kindernotbetreuung von medizinischem Personal verantworten. Andere wiederum engagieren sich im nicht-medizinischen Bereich: Sie sammeln Spenden für Menschen in Not – Obdachlose, Menschen in Entwicklungsländern oder Senioren – indem sie beispielsweise Technokonzerte streamen oder Masken nähen. Manche Bewerber gehen sogar so weit, dass sie für ihren Einsatz im Kampf gegen die Pandemie ihr Studium für ein Jahr ruhen lassen.

Bewerben können sich Studenten bis zum 15. Mai 2020. Die Gewinner können sich über ein Stipendium im Gesamtwert von 6000 Euro freuen.

Alles außer Überflieger – mehr Stipendien für Otto-Normalstudenten

Mit dem Stipendium möchte das Social Startup myStipendium.de einen weiteren Beitrag dazu leisten, den Irrtum aus der Welt zu schaffen, dass Stipendien lediglich etwas für Hochbegabte sind. Insgesamt hat das Social Startup bisher 62 Stipendien für "Normalos" im Gesamtwert von 800.000 Euro gegründet und vergeben.

Noten spielen dabei grundsätzlich keine Rolle. „Stipendien sollte es nicht nur für Menschen mit super Noten geben. Jeder Student hat ein Stipendium verdient“, findet Maier. „Wir wollen Stipendien für die Masse schaffen. Stipendien sollen nicht mehr mit Elite assoziiert werden, sondern eine Förderung sein, die für jeden zugänglich ist - wie BAföG.“ Zu den Stipendienprogrammen von myStipendium.de zählen unter anderem Stipendien für den Durchschnittsstudenten, Stipendien für junge Helden, Stipendien für Exoten, das Prüfungsangst-Stipendium, das Schlechte-Noten-Stipendium und das Anti-Stress-Stipendium. 

Stipendien wie Sand am Meer

In Deutschland gibt es 3250 Stipendienprogramme, doch die meisten sind nahezu unbekannt. „Nur haben diese Programme das Problem, dass die wenigsten sie kennen.“ Daher bewerben sich oftmals viel zu wenige Kandidaten. Millionen Euro an Stipendien werden jedes Jahr nicht abgerufen. Dabei könnten jedes Jahr 610 Millionen Euro an Stipendien vergeben werden. „Die meisten Leute glauben einfach, Stipendien seien nur etwas für Hochbegabte, die zugleich sehr bedürftig sind", sagt Maier.

Dabei stehen die Chancen auf ein Stipendium sehr gut: Wer sich auf Stipendienprogramme abseits der Begabtenförderungswerke bewirbt, bekommt in 40 Prozent der Fälle auch eine Zusage. Dies zeigt die von myStipendium veröffentlichte Stipendienstudie 2016. Die Stipendiensuchmaschine myStipendium.de filtert mittels eines Algorithmus Stipendien heraus, deren Bewerbungsvoraussetzungen mit den Eigenschaften des Bewerbers übereinstimmen.

Es gibt die verschiedensten Möglichkeiten, in der jetzigen Zeit anderen Menschen zu helfen.