Die Corona-Maßnahmen müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn langfristig aufgehoben werden, auch wenn eine bestimmte Anzahl von Menschen ungeimpft bleibt. Wenn alle ein Angebot zur Impfung bekommen hätten, sehe er "Zug um Zug die Maßnahmen immer weiter fallen und zurückgehen, bis wir wieder in einem Alltag sind, so wie er vorher war", sagte der CDU-Politiker am Samstag (8. Mai 2021) in Berlin bei einer Online-Frage- und Diskussionsrunde mit Bürgern und Experten.

Wenn jemand sage, für ihn gebe es dieses Virus nicht oder er sehe das anders mit den Risiken, "der kann ja nicht erwarten, dass wir alle dann Maske tragen, um ihn zu schützen".

Wie lange noch Maskenpflicht?

Spahn sprach von einer Übergangsphase. Bestimmte Dinge, wie etwa eine Maskenpflicht in engen Räumen oder der U-Bahn, könnten "durchaus noch für den nächsten Winter eine Maßnahme sein", das würde er weder ausschließen noch jetzt schon ankündigen. "Aber die allermeisten Dinge, die wirklich nerven, die werden wir dann hinter uns lassen können und auch müssen."

Wenn 10 oder 20 Prozent sagten, sie ließen sich nicht impfen, könne man 80 oder 90 Prozent, die das täten, nicht sagen, "jetzt müsst ihr aber weiterhin auf die aufpassen".

Es gebe viel Grund zur Zuversicht, sagte Spahn mit Blick auf die Impfungen. Gleichzeitig gehe es weiter um Umsicht und Vorsicht. Die Corona-Zahlen und die Belastung der Intensivstationen seien noch zu hoch.

Verreisen auch ohne Impfung möglich?

Gesundheitsminister Spahn machte am Samstag auch jungen Menschen Hoffnung, bald zum Zuge zu kommen, wenn sich diese impfen lassen wollen. "Der Juni ist nicht mehr lange hin. Es geht jetzt noch um wenige Wochen. Dann werden wir auch allen über 16-Jährigen ein Impfangebot machen können", sagte er bei einer Diskussion mit Jugendlichen in Berlin. Wenn es soweit sei, brauche man aber auch die Impfbereitschaft. "Ich weiß, im Moment ist jeder Tag lang und nervend, aber wir reden jetzt noch über Wochen."

Und auch beim Thema Reisen ist Spahn optimistisch: "Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können", sagte Spahn der "Rheinischen Post". Er selbst plane seinen Urlaub in Deutschland. "In dieser hoffentlich letzten Phase der Pandemie würde ich keine großen Fernreisen planen, Nordsee statt Südsee quasi." Aber er "verstehe total", dass alle nach diesen vierzehn, fünfzehn Monaten den Sommerurlaub im Kopf hätten, sagte er in Berlin.

 

red/dpa