In einem Youtube-Video hat sich der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens, an die Öffentlichkeit gewandt: Er drückt darin seine Sorge aus, dass weiter ansteigende Infektionszahlen mit dem Coronavirus dazu führen könnten, dass bald eine intensivmedizinische Versorgung nicht mehr in vollem Umfang gewährleistet sein wird. 

Zwar seien momentan noch genug Intensivbetten frei in Deutschland, doch dies könnte sich ändern, wenn die Zahl der Covic-19-Fälle und damit der Intensivpatienten weiter derart steige. Vor allem sei die Personalsituation besorgniserregend. In Deutschland fehlen derzeit mehrere Tausend Pflegefachkräfte, die dringend benötigt werden.

Was passiert, wenn die Zahlen weiter steigen?

Janssens spricht in dem Video außerdem davon, dass sich die Lage weiter verschärfen könnte, wenn durch persönliche Kontakte auch Pflegepersonal verstärkt infiziert wird und durch Isolierung und Quarantänemaßnahmen zunehmend nicht mehr zur Verfügung stehen könnte. Dies würde die sowieso äußerst angespannte Personalsituation weiter belasten.

Aus diesem Grund bittet Janssens in dem Video eindringlich um Mithilfe durch Jede und jeden: Konkret bittet er darum, die Kontakte zu minimieren, Feste und Menschenansammlungen zu meiden. "Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, wird es uns gelingen, die Kurve der derzeit steigenden Infektionszahlen wieder flach zu halten", ergänzte Janssens.

Er wies darauf hin, sich weiter an die „AHA+L+A“-Regeln zu halten, also: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften und die Corona-Warnapp nutzen. In dem fünfminütigen Video machte Janssens deutlich: „Ohne Ihre Hilfe werden wir es nicht schaffen!“ – er wolle keine Angst verbreiten, die Lage sei jedoch sehr ernst. In den vergangenen Wochen haben immer wieder Intensiv- und Notfallmediziner auf die Entwicklung hingewiesen und vor allem vor Personalmangel gewarnt.