Düsseldorf/Berlin
Corona-Impfung

Wegen Auffrischungsimpfungen im Sommer: Amtsärzte warnen vor Belastung des Impfsystems

Amtsärzte haben vor massiven Belastungen des Impfsystems im Sommer gewarnt. Der Grund: Mitte des Jahres werden die ersten Corona-Auffrischungsimpfungen fällig - zusätzlich zur weiter laufenden Kampagne mit Erst- und Zweitimpfungen. Die Verbandschefin wirft der Politik vor, "planlos in eine solche Situation" hineinzulaufen.
 
Der Verband der Amtsärzte warnt vor massivem Druck auf das Impfsystem, wenn im Sommer neben Erst- und Zweiimpfungen auch Impfungen für Kindern und Auffrischungen anstehen.
Der Verband der Amtsärzte warnt vor massivem Druck auf das Impfsystem, wenn im Sommer neben Erst- und Zweiimpfungen auch Impfungen für Kindern und Auffrischungen anstehen. Foto: Marius Becker/dpa

Auch wenn viele Menschen in Deutschland noch auf den ersten Termin für ihre Corona-Impfung warten, denken die Amtsärzte bereits weiter: Der Bundesverband der Amtsärzte warnt davor, dass das Impfsystem im Sommer deutlich unter Druck geraten wird, weil viele Menschen eine Auffrischungsimpfung benötigen.

"Einige Studien gehen davon aus, dass diese schon nach sechs Monaten fällig würde", erklärte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Rheinischen Post. Darüber  berichten mehrere Medien, darunter n-tv.de und br.de

Erstimpfungen, Zweitimpfungen, Auffrischungen und Kinderimpfung: Impfsystem könnte massiv unter Druck geraten

Demzufolge müsste man ab Ende Juni oder Anfang Juli in Deutschland also theoretisch nachimpfen, obwohl die Erst- und Zweitimpfungen weiter laufen. "Vonseiten der Politik höre ich diesbezüglich aber keinerlei Vorschläge, wie das organisiert werden sollte. Es scheint vielmehr, als liefe sie planlos in eine solche Situation hinein. Andere Länder wie etwa England sind schon dabei, sich darauf vorzubereiten", wird Verbandsvorsitzende Teichert zitiert.

Was die Situation noch prekärer macht:  Mit möglichen Kinderimpfungen komme eine weitere Zusatzbelastung auf Impfzentren und impfenden Ärzte zu: "Die sollen im Sommer kommen. Zwar erst einmal nur mit einer Impfstoffzulassung für die Zwölf- bis Fünfzehnjährigen. Wenn es danach möglicherweise ab dem Herbst auch noch Impfungen von noch deutlich Jüngeren geben sollte, wird der Druck aus der Bevölkerung deutlich zunehmen, dass wir mit den Kindern und Jugendlichen endlich beginnen", so Ute Teichert, die zugleich einen Vorschlag macht:  Wenn sich die Politik dazu durchringen könnte, die Kitas und Schulen bei der Impfung gezielt einzubeziehen, wurde das die Lage entschärfen.

Der Virologe Christian Drosten hat am Wochenende angemerkt, dass die Studien zu Impfungen kleinerer Kinder kompliziert seien, aber auch prophezeit, dass der Sommer "ganz gut werden kann".

"Impfsprechstunden" wieder einführen?

Teichert fordert, die Impfzentren auch über den September hinaus zu betreiben: "Jetzt funktionierende Strukturen als Auslaufmodell zu deklarieren, halte ich für gefährlich. Das Impfen wird uns noch geraume Zeit weiter begleiten."

Für diskutabel hält sie die Aufgabenteilung zwischen Hausärzten, Betriebsärzten und Impfzentren.  So wäre es möglich, "Impfsprechstunden" in den Gesundheitsämtern wieder einzuführen. Viel mehr als einen Kühlschrank, das Impfmaterial und wenige zusätzliche Fachkräfte in den einzelnen Gesundheitsämtern seien dafür nicht notwendig.

Erst vor kurzen hatten Amtsärzte gefordert, dass Geimpfte unbedingt weiterhin auf das Coronavirus getestet werden sollten - für sie dürfe es keine Ausnahmen geben.

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