Die Corona-Pandemie hat in Deutschland nun inzwischen über 100.000 Tote gefordert. Wie das Robert Koch-Institut bekannt gab, sind in den letzten 24 Stunden 351 Menschen nach einer Corona-Infektion gestorben, somit sind nun seit Beginn der Pandemie 100.119 Menschen gestorben. Das RKI vermeldete am gestrigen Tag 75.961 Neuinfektionen - erneut ein trauriger Rekord. Das sind 10.590 Fälle mehr als am Donnerstag vor einer Woche. Die 7-Tage-Inzidenz klettert auf 419,7 - auch hier ein neuer Höchstwert. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Hospilatisierungsinzidenz) gab das RKI am Mittwoch mit 5,74 an (Dienstag: 5,60). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstag mit 4.744.400 an.

Angesichts dieser rapide steigenden Zahlen zeigte sich auch der Präsident des RKI, Lothar Wieler, alarmiert. Er hat im Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur KNA zu einer "nationalen Kraftanstrengung aufgerufen. "Die ärztliche Versorgung in vielen Krankenhäusern wird nicht mehr gewährleistet sein", wenn Kontakte nicht drastisch eingeschränkt würden, so Wieler mit einem dringenden Appell. Er sehe kaum eine Alternative zu weiteren Teil-Lockdowns. Auch empfahl er dringend die Auffrischungsimpfung.

Kritisch äußerte sich Wieler zu Ärztevertretungen, die sich gegen eine Ausweitung der Personenkreise wehren, die impfen sollen. Vertreter der Ärzte beriefen sich auf "Standes- und Haftungsrecht", so Wieler, wenn sie sich dagegen wehrten, dass etwa Tierärzte und pensionierte Ärzte sowie Apotheker impfen, aber in "der derzeit herrschenden Notlage finde ich schon bemerkenswert, dass bestimmte Interessengruppen das Eigeninteresse offenbar über das Gemeinwohl stellen", kritisierte Wieler Ärztevertretungen scharf.