Bei den Corona-Regeln in Deutschland tut sich vieles. Neben der Einführung der 3G-Regel haben sich einige Bundesländer angesichts steigender Impfquote auch für weitere Lockerungen entschieden. Nordrhein-Westfalen ist dabei am Freitag (20. August 2021) einen wichtigen Schritt gegangen. Besuche im Restaurant, Kino oder beim Friseur können dort fast wieder wie vor Pandemie-Zeiten stattfinden, denn es werden keine Kontakte mehr nachverfolgt.

Auch Baden-Württemberg plant, künftig auf die massenhafte Kontaktverfolgung bei Corona-Fällen zu verzichten. Das "Einchecken" per Luca-App oder schriftliche Hinterlegen der persönlichen Daten in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens wäre nicht mehr notwendig. Das Gesundheitsministerium in Stuttgart bestätigte am Mittwoch (25.08.2021) einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach das Land hier einen Strategiewechsel vorbereite. Bisher waren die Daten nötig, damit die Gesundheitsämter bei einem Corona-Fall etwa die Nebensitzer aufspüren können. Baden-Württemberg ist nicht zum ersten Mal Vorreiter in Sachen Corona-Strategie: Das Bundesland schaffte als Erstes den Inzidenzwert als Maßstab für seine Maßnahmen ab.

Pauschale Kontaktverfolgung hat ausgedient: Erste Bundesländer schaffen Corona-Regel ab

Die Lage habe sich insofern geändert, "als dass es eine zunehmende Zahl von Geimpften und Genesenen gibt", erklärte ein Ministeriumssprecher. "Wer geimpft oder genesen ist, muss in aller Regel – auch wenn er oder sie Kontaktperson ist – nicht in Quarantäne." Künftig sei das Ziel: "Wir wollen die Kräfte auf eine intelligente Schwerpunktnachverfolgung von herausragenden Ereignissen konzentrieren."

Das Ministerium bereite eine Aktualisierung der entsprechenden Verordnung zur Quarantäne vor. Wenn das Konzept fertig sei, werde sich die Landesregierung in einer ihrer nächsten Sitzungen in den kommenden Wochen damit beschäftigen. Klar sei aber auch: "Eine Absonderungspflicht ist weiterhin vorgesehen für nicht geimpfte oder genesene Haushaltsangehörige." In NRW gibt es jetzt nur noch Vorgaben zur Kontaktverfolgung an Schulen. Dort sollen nicht mehr ganze Klassen in Quarantäne geschickt werden, sondern gezieltere Maßnahmen möglich sein. Ob noch weitere Bundesländer dem Vorbild NRWs folgen werden, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.