Berlin
Intensivbetten

Divigate: Forscherteam behauptet Belegungs-Statistiken von Intensivbetten seien manipuliert

Ein Forschungsteam hat mit einem Thesenpapier zur Situation auf den Intensivstationen deutscher Krankenhäuser in der Corona-Pandemie für Aufsehen gesorgt. Intensivmediziner-Verband und Bundesgesundheitsministerium widersprechen vehement den Behauptungen. Worum geht es?
 
Wie ausgelastet sind Deutschlands Intensivstationen in der Corona-Pandemie wirklich? Ein Thesenpapier sorgt aktuell für helle Aufregung.
Wie ausgelastet sind Deutschlands Intensivstationen in der Corona-Pandemie wirklich? Ein Thesenpapier sorgt aktuell für helle Aufregung. Foto: David Zorrakino/EUROPA PRESS/dpa (Symbolbild)

Alles nur Lug und Betrug bei den Intensivstationen? Verbände weisen die aktuellen Vorwürfe zu Intensivstationen zurück. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Für Aufsehen hatte zuvor das Thesenpapier eines Forscherteams um den Arzt und Ökonomen Matthias Schrappe gesorgt, das nach Ansicht der Verbände "auf Fehleinschätzungen und mangelnder Kenntnis der tatsächlichen Lage in Kliniken" basiert.

Korrigierte Statistik zu Intensivbetten-Belegung: Kinderintensivstationen herausgerechnet

Die Verfasser des Thesenpapiers behaupten unten anderem, offizielle Statistiken seien falsch oder im Nachhinein korrigiert worden. Die Autoren machen das unter anderem an der Gesamtzahl an Intensivbetten für den Stichtag 30. Juli 2020 fest. An dem Tag seien zunächst 33.367 gemeldet worden, heute findet man für das Datum in den Zeitreihen der Divi dagegen 30.340 Betten.

Dem entgegnen die Verbände, im Verlauf der Pandemie seien die Betten der Kinderintensivstationen aus der Gesamtzahl herausgerechnet worden.

"Diese spielen für die Versorgung von Covid-19-Patienten keine Rolle", heißt es in einer Mitteilung. Auf die Veränderung sei "in sämtlichen Statistiken aber auch explizit hingewiesen" worden.

"Schlag ins Gesicht" für Krankenhausbelegschaften

Im Thesenpapier ist zudem von einer Sonderstellung Deutschlands die Rede: "In keinem Land werden im Vergleich zur Melderate so viel Infizierte intensivmedizinisch behandelt." Damit wird nach Aussage der Verbände unterstellt, Patienten seien ohne Not und aus rein finanziellem Interesse auf Intensivstationen verlegt worden. Das sei ein "Schlag ins Gesicht" der Belegschaft in den Krankenhäusern.

Dem Bundesgesundheitsministerium liegen nach eigener Aussage hinsichtlich der Intensivbetten-Zahlen keine Anhaltspunkte für eine nachträgliche Manipulation vor. "Es ist auch nicht erkennbar, welche Anreize für derartige Manipulationen bestanden haben sollten", teilte ein Sprecher der Welt am Montag mit.

Die Thesen Schrappes seien "zum großen Teil nicht durch Fakten unterlegt, sondern basieren auf Annahmen und Unterstellungen", hieß es vom Ministerium.

Bestseller: FFP2-Masken bei Aponeo anschauen

*Hinweis: In der Redaktion sind wir immer auf der Suche nach nützlichen Produkten für unsere Leser. Es handelt sich bei den in diesem Artikel bereitgestellten und mit einem Einkaufswagen-Symbol beziehungsweise einem Sternchen gekennzeichneten Links um sogenannte Affiliate-Links/Werbelinks. Wenn Sie auf einen dieser Links klicken und darüber einkaufen, bekommen wir eine Provision vom Händler. Für Sie ändert sich dadurch nichts am Preis. Unsere redaktionelle Berichterstattung ist grundsätzlich unabhängig vom Bestehen oder der Höhe einer Provision.