Corona-Proteste in Berlin mit Tausenden Teilnehmern: Die Polizei hat gegen Demonstranten gegen die Corona-Politik am Mittwoch (18. November 2020) nahe dem Reichstagsgebäude in Berlin Wasserwerfer eingesetzt. Zeitgleich soll im Schnellverfahren die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes durch Bundestag und Bundesrat über die Bühne gehen.

Die Einsatzkräfte begannen mit dem Besprühen der Menschen. Reporter der Deutschen Presse-Agentur berichteten auch von Rangeleien und aggressiver Stimmung. Den Aufforderungen zum Tragen von Mund-Nase-Schutz und zum Abstandhalten waren viele der Demonstranten nicht gefolgt.

Corona-Demo: Tausende protestieren gegen Einschränkungen

Mehrere Tausend Menschen versammelten sich in der Hauptstadt nach ersten Schätzungen der Polizei, um gegen die Corona-Politik der Bundesregierung zu protestieren. Allein im Bereich am Brandenburger Tor hätten sich 5000 bis 10.000 Menschen versammelt und es gebe weiteren Zustrom, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Weitere rund 1000 Demonstranten hielten sich an der Marschallbrücke auf. 

Trotz des Einsatzes von Wasserwerfern scheint sich die Demonstration zwischen dem Brandenburger Tor und dem Reichstagsgebäude in Berlin zunächst nicht aufzulösen. 

Bei den Protesten ist es laut Polizei auch zu Angriffen auf Einsatzkräfte gekommen. «Unsere Kollegen wurden mit Flaschen, Steinen und Böllern beworfen sowie mit Pfefferspray angegriffen», twitterte die Behörde am Mittwoch. Die Beamten hätten körperlichen Zwang und Pfefferspray eingesetzt und einige Angreifer festgenommen. Zahlen wurden nicht genannt. Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin, Benjamin Jendro, beklagte bei Twitter, mit solchen Taten würden Verletzungen fahrlässig in Kauf genommen.

Hintergrund der Proteste ist unter anderem das Infektionsschutzgesetz. Dieses soll am Mittwoch geändert werden. Die Maßnahme ist umstritten. Für einen ersten Entwurf hagelt es Kritik von vielen Seiten.