Erst kürzlich haben wir über das Klinikpersonal in Fürth berichtet, welches aufgrund von Corona aktuell "weit über der Belastungsgrenze" arbeitet. Auch andere Kliniken in Deutschland hatten über Versorgungsengpässen bei Intensivbetten geklagt. In Nürnberg gab es beispielsweise zeitweise keine freien Intensivbetten mehr. 

Der Chef der Krankenhauskette Helios schlägt nun andere Töne an und meint: "Wirklich dramatisch ist die Lage derzeit nicht".

Helios-Chef: Den Leuten keine zusätzliche Angst machen

Die Inzidenz beträgt am Freitag (23. April) in Deutschland 164 und ist damit wieder etwas höher als zum Vortag (161). Dennoch: Der Chef von Deutschlands größter Krankenhauskette "Helios" Francesco De Meo meint: "Wirklich dramatisch ist die Lage derzeit nicht, auch wenn vor allem unsere großen Krankenhäuser jetzt wieder sehr viele Covid-Patienten behandeln."

De Meo sagt im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Fallzahl aktuell unter dem liegen, was die Kliniken im Winter stemmen mussten. Der Helios-Chef stellt klar: "Ich finde, wir sollten das gesamte Bild betrachten. Und ich glaube, es macht wenig Sinn, den Leuten zusätzliche Angst zu machen, solange wir uns auf dem Niveau der zweiten Welle bewegen."

Aktuell seien rund 15.000 Patienten ohne Covid-19 in den Helios-Kliniken auf den Normalstationen. Dazu kämen 755 Personen mit einer Corona-Infektion. Auf den Intensivstationen seien 1150 Patienten ohne und 327 mit Covid-Infektion.

De Meo: Volle Intensivstationen seien nichts Neues

Der Verband der Intensivmediziner hat immer wieder über fehlende Intensivbetten geklagt - wie passt das nun zusammen? De Meo meint dazu, dass es schon immer volle Intensivstationen gegeben habe und sagt: "Das ist nichts Neues". Es sei gängige Praxis, Patienten auf Krankenhäuser mit freien Kapazitäten zu verlegen. Der Helios-Chef gibt weiterhin zu bedenken, dass Patienten in Deutschland generell schnell auf die Intensivstation verlegt werden würden.

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Helios betreibt auch in Spanien Kliniken und hier seien - obwohl es dort in etwa so viele Corona-Infektionen wie in Deutschland gibt - dreimal weniger Covid-Patienten auf den Intensivstationen. Die Sterblichkeit sei dann jedoch wieder ungefähr gleich.

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